Im großen Stil mit fremden Daten online Waren bestellt

Bundesweit tätige Internetbetrüger in Gifhorn gefasst

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ds Gifhorn. Die Polizei erwischte bereits am Dienstag Internet-Betrüger in Gifhorn. Nach Hinweis einer Polizeidienststelle in Breisach (Baden-Württemberg) schlugen die Beamten zu - und wurden vom Umfang der Betrugsmasche überrascht. Drei Verdächtige wurden festgenommen.

Die Beamten aus dem baden-württembergischen informierten die Polizeiinspektion Gifhorn, dass es an einer Gifhorner Anschrift zur Auslieferung betrügerisch bestellter Waren kommen soll. Ein Breisacher hatte Anzeige erstattet. Angeblich hätte er einen Staubsauger bestellt, der ihm in Rechnung gestellt wurde. Die Auslieferung erfolge nach Gifhorn.

Bei der Kontrolle der Anschrift wurde festgestellt, dass am Türschild eine Vielzahl von Namen aufgelistet war. Auf Klopfen an dem vermeintlich leerstehenden Haus sprangen zwei Männer nach rückwärts aus dem Fenster. Die beiden konnten nach kurzer Verfolgung überwältigt werden. Ein dritter Mann wurde noch im Haus festgenommen.

Noch während der ersten Maßnahmen fuhren mehrere Kurierdienste vor und versuchten, Waren an die am Türschild angebrachten Namen auszuliefern. In dem Wohnhaus wurden bereits ausgelieferte Pakete festgestellt. In einem Raum lag zudem ein Stapel mit teilweise ausgefüllten Überweisungsträgern.

Als Täter konnten drei Männer aus Gifhorn identifiziert werden: Der Hausbewohner (33), der vermeintliche Haupttäter (27) und ein 21-jähriger Mittäter. Nicht schlecht staunten die Beamten über die Anwesenheit des Haupttäters, gegen den schon seit längerer Zeit ein umfangreiches Verfahren wegen Überweisungsbetrügereien geführt wird. Gefälschte Zahlungsaufträge wurden an Konten von Geldwäschern geleitet, die das Geld dann an den Haupttäter weitergaben.

Es ist davon auszugehen, dass die Täter die Kontodaten und die Kundendaten aus dem sogenannten Darknet erworben haben. Dort werden Kundenaccounts bei Warenhäusern und sonstigen Einrichtungen ausgespäht und zur kriminellen Verwertung weiterverkauft.

Der Haupttäter und der Wohnungsinhaber wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hildesheim der Haftrichterin vorgeführt, die die Untersuchungshaft anordnete. Für die Herausforderung, wie es die Polizei in einer Pressemitteilung nennt, die Vielzahl von Taten zusammenzuführen und aus zu ermitteln, wird bei der Polzeiinspektion Gifhorn eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Erste Kontakte zu erstaunten Geschädigten haben stattgefunden. Eine Frau von einer Hallig in der Nordsee zeigte sich überrascht, dass von ihrem Kundenkonto bei einem Kaufhaus ein Fernseher bestellt wurde, der unterwegs nach Gifhorn war - ebenso wie ein Professor aus München, der auf Dienstreise in Kalifornien erreicht wurde, um ihm mitzuteilen, dass von seinem Bankkonto mehrere Tausend Euro an das Konto des 33-jährigen Gifhorner Täters unterwegs waren.

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