Wissenstransfer nach Litauen

Intensive Partnerschaft: DRK Gifhorn unterstützt weiter Rotes Kreuz im Baltikum

Vollbepackt ist das DRK-Team um Horst-Dieter Hellwig (l.) wieder nach Litauen aufgebrochen. Neben den Materialien geht es mittlerweile vor allem um den Wissenstransfer.
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Vollbepackt ist das DRK-Team um Horst-Dieter Hellwig (l.) wieder nach Litauen aufgebrochen. Neben den Materialien geht es mittlerweile vor allem um den Wissenstransfer.
  • VonMatthias Jansen
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Gifhorn/Visaginas. Die Hilfsbereitschaft ist auf beiden Seiten groß. Die einen wollen unterstützen. Die anderen sind bereit, sich unter die Arme greifen zu lassen.

Zwischen dem Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes in Gifhorn sowie dem Roten Kreuz von Litauen ist eine intensive Partnerschaft entstanden. Bis Freitag sind Horst-Dieter Hellwig, Hartmut Korban, Bernd Zellmann vom Kreis-DRK zusammen mit Norbert Stemmer und Jürgen Teichmann (beide DRK Wolfsburg) wieder einmal ins Baltikum gereist. Bereits zum 15. Mal.

„Der Kontakt ist nach der Expo 2000 in Hannover entstanden. Ein Jahr später fuhr bereits der erste Transport nach Litauen“, erinnert sich Hellwig an die Anfänge. Die Hilfe, die das DRK Gifhorn damals zusammen mit dem Landesverband Hannover leistete, sei für Litauen notwendig gewesen. Wurden zu Beginn vor allem Krankenpflegeartikel, Betten und Bettwäsche sowie Büroeinrichtungen transportiert, hat sich der Bedarf mittlerweile gewandelt.

Genauso wie der Partner des DRK Gifhorn und das Projekt. Nachdem sich die Region Hannover zusammenschloss, mussten die Kreisstädter sich nach einem anderen Gegenstück umsehen und fand es im benachbarten Kreis Wolfsburg. Mit dem DRK der Automobilstadt wurde auch das Hilfs-Engagement ausgedehnt. „Wir arbeiten jetzt nicht mehr nur mit dem Verband der Hauptstadt Vilnius, sondern mit dem Litauischen Roten Kreuz zusammen“, sagt Hellwig.

Nach den Jahren der Aufbauarbeit setzt das hiesige DRK nun den Fokus auf den Ausbau des Katastrophenschutzes. Eine Schnelleinsatzgruppe (SEG), die in einem akuten Notfall schnell Verletzte oder Erkrankte versorgen könnte, soll aufgebaut werden. Neben benötigten Hilfsgütern („Wir fragen nach, was gebraucht wird“) steht nun vor allem der Wissenstransfer im Vordergrund. Nachdem einige Litauer 2015 die Kreise Gifhorn und Wolfsburg besuchten, reiste die fünfköpfige Gruppe aus Niedersachsen nun zu einem „Arbeitsbesuch“ nach Nordosteuropa. „Wir wollen nicht mehr nur Hilfsgüter austauschen“, sagt Hellwig. Litauisches Rotkreuz-Personal soll weiterhin nach Deutschland eingeladen werden, um zu hospitieren.

Zudem soll ein Schüler- und Jugendaustausch, der bereits 2001 bis zum Rückzug der deutschen Schule angedacht war, nun auf neue Beine gestellt werden. Die Gruppe um Hellwig hofft, dass sich eine Bildungsanstalt im Landkreis bereit erklärt. Auch auf längere Sicht: Denn die Verbindung nach Litauen wird so schnell nicht enden. „Der litauische Staat hat im sozialen Bereich schon etwas getan. Das reicht aber noch nicht aus“, sagt Hellwig. Somit gibt es genügend Grund, weiter zu helfen.

Von Matthias Jansen

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