Konzept gegen demografischen Wandel? Kreis macht bei Forschungsprojekt mit

Innenentwicklung im Fokus

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Wo geht die Reise hin? Leerstände im Ortskern verschlechtern das Image als Wohnort.

Landkreis Gifhorn. Der Landkreis Gifhorn hat sich gemeinsam mit Kooperationspartnern um die Teilnahme im Rahmen des Förderprogramms „Kommune innovativ“ beworben. Teil des Programms ist das Projekt „Kommunaler Innenentwicklungsfonds (KIF)“.

Der demografische Wandel führt bei vielen Kommunen zu einer massiven Schrumpfung und Alterung der verbleibenden Bevölkerung. Gleichzeitig haben viele Kommunen an den Siedlungsrändern Neubaugebiete ausgewiesen, um im interkommunalen Wettbewerb für junge Familien attraktiv zu sein. „In der Folge kommt es zu immer größeren Leerständen in den Ortskernen mit den entsprechenden Folgen für das Erscheinungsbild und die Versorgungsinfrastruktur der Orte“, sagt Landrat Dr. Andreas Ebel auf IK-Anfrage. Leerstände im Ortskern verschlechterten das Image als Wohnort massiv, und Ortserweiterungen führten zu erhöhten Investitions- und Folgekosten. Dadurch würden auch die Immobilien am Siedlungsrand unattraktiver.

Impuls durch Einzahlung

Hier setzt das KIF-Projekt an, indem durch den Aufbau eines solchen Fonds der nötige finanzielle Rahmen geschaffen werden soll. Der Fonds soll seine Mittel durch Zahlungen der beteiligten Kommunen erhalten. Weitere Alternativen zur Förderung (Landkreis, Land, Leader) werden im Rahmen des Projektes geprüft. Der freiwillige Beitrag wird anhand der Siedlungsreserven bemessen. Er ist das Produkt aus Anzahl der Baugrundstücke und einem Hebesatz.

Es soll eine freiwillige kommunale Selbsthilfe entstehen, die einerseits einen Lastenausgleich ermöglicht, andererseits Anreize schafft, die Innenentwicklung aktiv zu gestalten. Dadurch kann das Flächensparen einen doppelten Impuls erhalten: Einerseits entsteht wie bei Abgaben und Zertifikaten ein Impuls durch die Einzahlung in den Fonds, bei dem die Außenentwicklung die Bemessungsgrundlage bildet, andererseits gibt es durch die finanzielle Förderung den Impuls, Innenentwicklung zu betreiben.

Angestrebt wird eine vollkommen freiwillige Lösung für alle Mitgliedsgemeinden. Parallel zur Konzeptentwicklung wird die Möglichkeit einer raumordnerischen Verankerung des Innenentwicklungsfonds untersucht.

Antrag in zwei Stufen

Es handelt es sich um ein zweistufiges Antragsverfahren. In der ersten Antragsstufe haben sich 175 Teilnehmer beworben. Als einer von 15 Teilnehmern wurde der Landkreis Gifhorn mit den Kooperationspartnern jetzt aufgefordert, die Unterlagen für die zweite Antragsstufe einzureichen. Der Landkreis hat daher gemeinsam mit dem Landkreis Nienburg/Weser, dem Zweckverband Großraum Braunschweig und der Universität Göttingen diesen Antrag gestellt. Als Praxispartner haben für den Landkreis Gifhorn die Samtgemeinden Hankensbüttel und Isenbüttel ihre Teilnahme zugesagt. Als Reflektionspartner zur Überprüfung der Übertragbarkeit auf andere Bundesländer hat sich der Altmarkkreis Salzwedel bereit erklärt.

Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre. Die Gesamtkosten betragen 637 145 Euro. Der Eigenanteil des Landkreises Gifhorn beträgt jeweils 10 000 Euro für die kommenden drei Jahre.

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