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Auf dem Weg zur Inklusion

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Das Ziel ist die Eingliederung behinderter Schüler: Dafür muss ab Sommer 2013 mindestens eine Schule in zumutbarer Entfernung eingerichtet werden. Den Standort prüft der Landkreis nun. Foto: dp a
Das Ziel ist die Eingliederung behinderter Schüler: Dafür muss ab Sommer 2013 mindestens eine Schule in zumutbarer Entfernung eingerichtet werden. Den Standort prüft der Landkreis nun. Foto: dp a

Landkreis Gifhorn. Die Inklusion – der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern – soll im Kreis Gifhorn zügig auf den Weg gebracht werden. Darin war sich der Schulausschuss jetzt einig. Bis zum 1.

Februar 2013 soll dazu ein Gymnasium als Schwerpunktschule im Landkreis benannt werden, in der Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf eingegliedert werden können – und zwar barrierefrei und gleichberechtigt.

Die Zeit drängt: Bis zum Schuljahr 2013/2014 muss mindestens eine Schulform in zumutbarer Entfernung für die individuelle Beschulung behinderter Kinder verfügbar sein. Diesen Anspruch der Eltern garantiert das niedersächsische Schulgesetz. Daher planen Bauexperten der Kreisverwaltung nun eine Begehung der Gymnasien im Landkreis. „Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme“, sagte der zuständige Fachbereichsleiter Karsten Kreutzberg.

Außerdem werde sich der Landkreis mit den betreffenden Schulleitungen austauschen. „Wir können aber nicht jeden Schulstandort sofort komplett ausstatten und nicht für jede sonderpädagogische Betreuungsnotwendigkeit ausrüsten“, betonte Kreutzberg. Den Inklusionprozess begleiten wird eine Steuerungsgruppe, die aus Vertretern des Landkreises und der Stadt Gifhorn, den Leitungen dreier Gifhorner Schulen sowie aus Mitgliedern des Behindertenbeirates, der Lebenshilfe und des Kreiselternrates besteht.

Die entscheidende Frist ist der Schuljahresbeginn 2018/2019. Ab diesem Zeitpunkt muss die Inklusion in allen Schulen im Land sichergestellt werden. Eltern behinderter Kinder haben dann die freie Wahl, auf welche Schule sie ihren Nachwuchs schicken. Der Kreis Gifhorn als Schulträger muss bis dahin für die entsprechende inklusive Ausstattung der Schulen sorgen. Ab 2014 sollen dafür Etat-Mittel angemeldet werden.

Die Resonanz auf die geplante Inklusion ist nach den Worten von Kreutzberg positiv. „Alle Schulleitungen stehen dahinter und haben signalisiert, dass sie das Thema aktiv begleiten werden“, sagte er. Ein klares Ziel formulierte Ausschussmitglied Fredegar Henze (Grüne): Der „Mordsaufwand der Eltern“, die ein behindertes Kind zur Schule schicken wollen, müsse beendet werden. Um die Inklusion zu fördern, sei „ein größeres Maß an Mobilität beim Equipment“ in den Schulen nötig, etwa Hilfsmittel für seh- und hörbehinderte Schüler.

Von Bernd Schossadowski

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