Wohnen wird teurer

Immobilienpreise im Landkreis Gifhorn steigen weiter

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Uwe Heißmeyer legte die neuen Zahlen des ersten Halbjahres vor.

Landkreis Gifhorn – Die Preise für Bauen und Wohnen steigen auch im Landkreis Gifhorn weiter. Aber gibt es eine Immobilienblase?

Uwe Heißmeyer, Geschäftsstellenleiter des Gutachterausschusses, möchte sich da nicht festlegen, nennt lieber neutrale Zahlen, die aufgrund der im ersten Halbjahr geschlossenen Verträge auf dem Tisch liegen.

So müssen Käufer von Häusern immer tiefer in die Tasche greifen. Im ersten Halbjahr kosteten etwa freistehende Ein- oder Zweifamilienhäuer statt 260.000 Euro nun 10.000 Euro mehr, das bedeutet einen Anstieg um 3,8 Prozent. „Das ist eine Erhöhung von 1.754 auf 1.812 Euro pro Quadratmeter“, erklärte Heißmeyer.

Baujahrklasse ab 2013 besonders gefragt

Die Preissteigerung betrifft dabei alle Baujahrsklassen außer Gebäude von vor 1949. Besonders stiegen die Preise bei Häusern, die ab 2013 errichtet wurden. Lag der Kaufpreis im Jahr 2015 noch bei 285.000 Euro, so muss man derzeit bereits 375.000 Euro auf den Tisch legen, statt 1.960 nun 2.330 Euro pro Quadratmeter. Prozentual sind die Preise bei den Reihenhäusern und Doppelhaushälften sogar um 4,2 Prozent gestiegen, liegen aber in absoluten Zahlen unter denen der freistehenden Häuser. Hier bezahlte man im Durchschnitt 250.000 Euro für eine Einheit gegenüber 240.000 Euro 2018. Der Quadratmeterpreis stieg dabei von 1.989 auf 2.083 Euro. Besonders gefragt ist auch dabei die Baujahrklasse ab 2013, die bei 331.000 Euro liege, und sich gegenüber 2015 um 118.000 Euro verteuert hat. Der Quadratmeterpreis stieg dabei von 1.854 auf 2.391 Euro.

1.175 Kaufverträge im ersten Halbjahr 2019

Zum Vergleich ist ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte aus dem Jahr 1991 bis 2012 bereits für 250.000 Euro zu haben. Für die Baujahrsklassen 1978 bis 1990 liegt der Preis bei 260.000 Euro, für 1950 bis 1970 bei 188.000 Euro und für Einheiten vor 1940 bei 110.000 Euro. Die gestiegenen Preise spiegeln sich auch in den Zahlen zu Kaufverträgen und Geldumsatz wider.

1.175 Kaufverträge aus dem ersten Halbjahr 2019 stehen 1.367 Verträgen aus dem ersten Halbjahr 2018 gegenüber (minus 14,9 Prozent). Der Geldumsatz sank dagegen lediglich um 2,5 Prozent von 239 auf 233 Millionen Euro. An Fläche wurde statt 670 Hektar lediglich 371 Hektar umgesetzt. „Das kann sehr stark schwanken, weil der Verkauf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche etwa für größere Baugebiete offensichtlich in 2018 der Fall immer mehr zu Buche schlägt“, erklärte Heißmeyer. So machen gerade die landwirtschaftlichen Flächen 5,2 Prozent der Verträge, 1,4 Prozent des Geldumsatzes, aber dafür 47,2 Prozent des Flächenumsatzes aus.

Nordkreis ist günstiger als Südkreis

Demgegenüber liegen die Zahlen bei den bebauten Grundstücken bei 52,8 (Verträge), 74,2 (Geld) und 29,9 Prozent (Fläche), bei den unbebauten Grundstücken, also Bauland, bei 23,5 (Geld), 14,1 (Verträge) und 18,2 Prozent (Fläche). Auch eine weitere Zahl beeindruckt. Seit 2010 ist der Häuserpreisindex um 62 Prozent gestiegen. Geblieben ist der Unterschied zwischen Nord- und Südkreis. Während man im Isenhagener Land durchaus günstig an Wohnraum kommen kann, liegen die Preise vor allem in der Kreisstadt und den Samtgemeinden im Speckgürtel von Wolfsburg und Braunschweig erheblich höher, bestätigte Heißmeyer. So liegen die Quadratmeterpreise eines erschlossenen Grundstücks in Hankensbüttel bei 55 Euro, in Rühen dagegen bei 125 Euro, in Schwülper sogar bei 145 Euro.

150 Hektar in zwei Jahren verbaut 

Den Spitzenplatz in Niedersachsen nimmt der Landkreis beim Flächenverbrauch für Wohngebäude ein. Rund 150 Hektar wurden in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt verbaut. Zum Vergleich dazu liegen die Landkreis Uelzen und Celle bei lediglich fünf und bei 20 Hektar. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg bildet hier mit null Hektar das Schlusslicht.

VON BURKHARD OHSE

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