Grundstücksmarktbericht 2017: Enorme Wertsteigerung für Wohneigentum

Immobilienbranche boomt im Kreis Gifhorn

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Wohneigentum – hier das Wittinger Baugebiet Steinhaufenacker – bleibt im Landkreis weiter attraktiv. In Wittingen ist der Quadratmeterpreis mit 35 Euro konstant.

Landkreis Gifhorn. Es sind goldene Zeiten für Immobilienbesitzer. Der Trend der Vorjahre setzt sich fort: Wohneigentum bleibt im Landkreis weiter attraktiv.

Dr. Volker Stegelmann

Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2017 hervor, den das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung jetzt veröffentlicht hat. Die abgeschlossenen Kaufverträge haben im Landkreis Gifhorn einen Umsatz von 500 Millionen Euro erzielt – das sind satte 30 Prozent mehr als im Vorjahr. 3000 Kaufverträge kamen im vergangenen Jahr in Gifhorn und Umgebung zustande, was ein Wachstum von sieben Prozent bedeutet. „Auch wenn mehr Verträge abgeschlossen wurden, zeigt die Bilanz deutlich, dass die Immobilienpreise ein noch höheres Level erreicht haben“, erklärt Dr. Volker Stegelmann, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Braunschweig. War 2015 ein Ein- oder Zweifamilienhaus noch für rund 213 000 Euro zu haben, mussten Häuslekäufer im vergangenen Jahr bereits im Schnitt 229 000 Euro investieren. Noch deutlicher wird der sich fortsetzende Trend bei den Reihenhäusern und Doppelhaushälften: Da springt der Durchschnittspreis von 184 000 auf 215 000 Euro.

Der rasante Preisanstieg der Vorjahre setzt sich fort. „Gerade ist eine günstige Zeit für Verkäufer“, weiß Stegelmann. Aber auch für Immbobilienkäufer sei der Zeitpunkt nicht ungünstig: „Die derzeit niedrigen Zinsen machen langfristige Kredite attraktiv.“

Dafür spricht auch die Wertsteigerung der Immobilien. Obwohl ein Haus jährlich 1,3 Prozent an Wert verliert, steigern sich die Verkaufspreise seit Jahren – und zwar nicht nur bei neuen Immobilien, sondern auch bei Häusern, die zwischen 1946 und 1969 gebaut wurden. Selbst die Kaufpreise von Häusern, die vor Ende des Zweiten Weltkriegs erbaut wurden, steigen an. „Der natürliche Wertverlust wird durch den boomenden Immobilienmarkt komplett kompensiert“, bestätigt der Vorsitzende des Gutachterausschusses.

Dieser Entwicklung stehen die Preise für Eigentumswohnungen nicht nach. Obwohl 2016 geringfügig weniger Kaufverträge abgeschlossen wurden, ist der Durchschnittspreis um 21 000 Euro auf 145 000 Euro gestiegen. Weil sich der Wert einer Eigentumswohnung so rasant steigert, sind vor allem die Weiterverkäufe in 2016 stark zurückgegangen.

Auch bei den Baulandpreisen hat sich der Trend der Vorjahre fortgesetzt: Im Norden und in der Region Gifhorn/Wolfsburg bleiben die Preise konstant, während sie im Südkreis steigen. Für einen Quadratmeter zahlte man im Landkreis Gifhorn im Schnitt 101 Euro. Im Vorjahr waren es noch 79 Euro. In Wittingen blieb der Quadratmeterpreis mit 35 Euro konstant.

Bemerkenswert sind auch die Ackerlandpreise im Landkreis: War ein Quadratmeter 2015 noch für 2,16 Euro zu bekommen, mussten im Vorjahr bereits 2,53 Euro berappt werden. Der Gesamtumsatz ist auf 20 Millionen Euro gesunken, was daran liegt, dass viele unentgeltliche Übergaben stattgefunden haben.

„Wir sind vorsichtig optimistisch, dass sich dieser Trend auch in 2017 fortsetzen wird“, so Stegelmann. Die im ersten Quartal abgeschlossenen Kaufverträge sprächen dafür. Ein bisschen überrascht sei er schon, dass sich der Trend des Immobilienindexes, der seit 2008 konstant steigt, immer weiter fortsetzt. „Aber es ist derzeit kein Ende in Sicht.“ Weiterhin gilt: Je näher sich Immobilien an den Ballungsgebieten Wolfsburg, Gifhorn und Braunschweig befinden, desto höher sind die Mietpreise.

Von Sandra Hackenberg

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