Immer weniger Milchbauern

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Die Zahl der Betriebe mit Milchkuhhaltung geht im Landkreis Gifhorn zurück. In den letzten zwei bis drei Jahren ist die Zahl von 150 auf 120 gesunken.

Landkreis Gifhorn - Von Carola Peiser. Die Zahl der Betriebe mit Milchkuhhaltung geht in Niedersachsen zurück. Davon betroffen ist auch der Landkreis Gifhorn. „Hatten wir vor zwei bis drei Jahren noch etwa 150 Höfe, ist der Bestand inzwischen um 30 auf 120 Höfe gesunken“, berichtet Kreislandvolk-Geschäftsführer Klaus-Dieter Böse auf IK-Anfrage.

Natürlich bleibt damit nicht aus, dass auch weniger Milch im Landkreis produziert wird. Wie Böse erläutert, wird das noch bis zum Jahr 2015 über die Milchquote geregelt. Ob das künftig für den Landwirt positive oder negative Auswirkungen haben wird, vermag Böse derzeit noch nicht zu sagen: „Dann wird der Landwirt mit einer Molkerei den Liefervertrag abschließen, in dem dann der Preis festgelegt wird. Vielleicht ist man dann etwas freier, weil man sich nicht mehr so an die Quote halten muss.“

Wer zu viel produziert, erhält eine Strafe und wird zur Kasse gebeten – und macht eine Überproduktion ökonomisch unrentabel. 1984 führte die damalige Europäische Gemeinschaft eine Quotenregelung ein, um die Milchproduktion in den Mitgliedsstaaten zu beschränken. Im Rahmen einer Garantiemengenregelung wurde jedem Mitgliedsstaat eine feste Produktionsquote für Milch zugewiesen.

Die Milchquote stellt für die landwirtschaftlichen Betriebe einen Kostenfaktor dar. Denn bei Milchleistungssteigerung oder Aufstockung der Kuhzahl muss Milchquote gekauft werden, um die zusätzliche Milchmenge absetzen zu können.

Wie der Landvolk-Pressedienst Niedersachsen mitteilt, werden Milch und Milchprodukte weltweit stärker nachgefragt. Die größte Bedeutung im EU-Export hat der Käse, der in Niedersachsens Milchwirtschaft eine zunehmend wichtigere Rolle spielt. Zielländer seien hauptsächlich Russland, Japan, Südkorea und Mexiko. Butter wird ebenfalls in Südostasien, aber auch im mittleren Osten rege nachgefragt.

Warum schließen dann aber immer mehr Betriebe? Nach Meinung von Böse liegt das nicht zuletzt am Generationswechsel. Viele Kinder wollen die Höfe ihrer Eltern nicht übernehmen.

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