Diebe schlagen in Brome zu / Polizei warnt: Rauchen der Pflanzen ist gefährlich

Hortensien-Klau im Kreis

Angeblich löst das Rauchen von Hortensien eine berauschende Wirkung aus.

ded/ola Brome. Niedergetrampelte Hecken, verwüstete Blumenbeete, Kahlschlag bei den Hortensien: Seit Wochen haben es Diebe in mehreren Ortschaften des Landkreises Gifhorn auf diese Pflanzen abgesehen.

Bei der Bromerin Elke Hahn haben die Diebe zugeschlagen und etwa 40 Triebe und Stängel von einer ihrer Hortensien abgeschnitten. Traurig macht die Besitzerin nicht nur der finanzielle, sondern auch der ideelle Verlust. Fotos: Deipenau

Nun schlugen die Täter auch in Gärten an der Braunschweiger- und der Bahnhofstraße in Brome sowie in einigen Gärten in den Ortsteilen Zicherie und Altendorf zu. Inzwischen häufen sich die Fälle also auch im östlichen Kreisgebiet. Mittlerweile haben sich mehrere betroffene Bürger bei der Bromer Polizeidienststelle gemeldet, um die Diebstähle zur Anzeige zu bringen. Dort allerdings scheint das Interesse an einer Strafverfolgung eher gering zu sein. „Ein materieller Schaden ist ja nicht entstanden“, meinte ein Beamter auf telefonische Nachfrage. Trotzdem handelt es sich auch beim Hortensien-Klau um verfolgungswerte Straftaten. Nach Auskunft einiger Gartenbaubetriebe kann mit ausgesuchten Pflanzen durchaus ein Verkaufspreis von bis zu 200 Euro erzielt werden.

Gifhorns Polizeispressesprecher Thomas Reuter rät den Geschädigten in jedem Fall, sich bei der Polizei zu melden. Ob eine Anzeige geschaltet wird, bleibe aber jedem Betroffenen selbst überlassen. „Derzeit werden quer durch den gesamten Landkreis Gifhorn Hortensien gestohlen. Per Google Earth wird sogar vorab nachgeschaut, wo Hortensien wachsen“, berichtet der Polizeipressesprecher im IK-Gespräch. In verschiedenen Internetforen wird das Gerücht geschürt, dass, wenn die Blüten und der Stängel der Pflanze getrocknet und schließlich geraucht werden, eine berauschende Wirkung eintreten soll.

Im Bromer Raum gab eine der Geschädigten an, dass in ihrem Garten etwa 40 Triebe und Stängel abgeschnitten worden seien. „Neben dem ideellen Wert und der Freude, die man beim Anblick der Blütenpracht hat, sind es daher sehr wohl auch materielle Werte, die hier vernichtet worden sind“, meint die Bromerin Elke Hahn gegenüber dem IK.

In den vergangenen Jahren kamen Hortensien-Diebstähle im Flecken Brome und den umliegenden Ortsteilen „nur sehr vereinzelt und in nicht auffälligen Mengen vor“, weiß ein Beamter der örtlichen Polizeistation zu berichten. Ganz neu sei dieses Phänomen demnach nicht. Im vergangenen Jahr etwa sei besonders die Stadt Gifhorn und deren nähere Umgebung betroffen gewesen. Dort konnte man inzwischen einige der Übeltäter dingfest machen.

Verantwortlich für den Gartenfrevel scheinen Jugendliche zu sein, die sich beim Rauchen der getrockneten Triebe und Knospen eine berauschende Wirkung, ähnlich der von Cannabis, versprechen. Das sind laut Reuter jedoch haltlose Gerüchte. Das Rauchen sei gesundheitsschädlich und lebensgefährlich, denn im Rauch der Pflanzen wird zum Beispiel Blausäure freigesetzt, was zu teils hochgradigen Vergiftungserscheinungen führen kann. Wer immer also meint, durch den Diebstahl der Pflanzen zu einem kostenlosen Rausch zu kommen, sollte sich bewusst sein, dass er mit seinem Leben spielt.

Seit dem vergangenen Wochenende kann auch in Brome eine verstärkte Polizeipräsenz beobachtet werden. Die Beamten fahren besonders nachts in den entlegenen Winkeln des Fleckens vermehrt Streife. Hoffnung also für all jene, deren Gärten bisher noch nicht von Hortensiendieben heimgesucht worden sind. „Besonders unangenehm sind die Diebstähle natürlich für die Bewohner. Die Diebe laufen auf den privaten Grundstücken herum und dringen so in die Privatsphäre ein“, weiß Reuter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare