Kampf gegen gefährliche Keime: Kliniken Gifhorn und Wittingen sehen sich gut aufgestellt

Höchste Ansprüche an die Hygiene

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Im Klinikum Bremen-Mitte sind in dieser Woche erneut zwei Babys an multiresistenten Darmkeimen gestorben.

Landkreis Gifhorn. Nachdem im Klinikum Bremen-Mitte erneut zwei mit einem Darmkeim besiedelte Babys gestorben sind, wächst die öffentliche Kritik an den hygienischen Zuständen in dem Klinikum der Hansestadt.

Gut aufgestellt in punkto Hygiene sehen sich hingegen die Krankenhäuser in Gifhorn und Wittingen.

Das Klinikum Gifhorn sei ins konzernweite Hygienemanagement der Rhön-Klinikum AG eingebunden, sagt Beate Bergmann, Assistentin der Geschäftsführung, auf IK-Anfrage. „Dies beinhaltet unter anderem neben der regelmäßigen Schulung der Mitarbeiter eine Früherfassung aufgetretener Krankheitserreger und die monatliche Auswertung auf Bundesebene.“

Seit 2008 beteilige sich das Klinikum Gifhorn zudem an der Aktion „Saubere Hände“. Dabei werde unter anderem der Verbrauch an Händedesinfektionsmitteln überwacht. „In unserem Haus ist der Verbrauch seit 2009 um über 30 Prozent angestiegen und liegt oberhalb des durchschnittlichen Bundeswertes“, sagt Bergmann. Zum Schutz der Patienten würden Besucher mit Symptomen von Infektionskrankheiten schon im Eingangsbereich aufgefordert, die Hände gründlich zu desinfizieren und einen Mundschuz anzulegen.

Auch das Krankenhaus Wittingen habe höchste Ansprüche an die Hygiene, betont Sprecher Sebastian Haeger. Der Rhön-Konzern habe seit 2007 zentral den Bereich Hygiene/Infektiologie eingerichtet und diese Position mit dem bundesweit anerkannten Experten Prof. Dr. Heinrich K. Geiss besetzt. Das Ziel sei, „ein hochwertiges Hygienemanagement zu etablieren, das auf den Vorgaben des nationalen Robert-Koch-Institutes basiert und diese nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft ständig anpasst“, erklärt Haeger.

Zudem seien in allen Konzernkliniken hauptamtliche Hygienefachkräfte angestellt, die sich regelmäßig unter Leitung des zentralen Krankenhaushygienikers träfen und fortgebildet würden. Überdies beteilige sich auch das Klinikum Wittingen an der Aktion „Saubere Hände“. „All diese Aktivitäten erfüllen vollständig die im neuen Krankenhaushygienegesetz gestellten Anforderungen“, betont Haeger.

Wie gefährlich der bei den Bremer Babys vermutete Darmkeim ist, verdeutlicht Josef Kraft, Leiter des Gifhorner Kreis-Gesundheitsamtes. „Der Keim ist multiresistent und daher mit Antibiotika nur sehr schwer zu behandeln“, sagt er auf Anfrage des IK. Jedoch tragen in Europa etwa 20 Prozent aller Menschen den Keim in ihrem Körper, ohne daran zwingend erkranken zu müssen, so Kraft.

Von Bernd Schossadowski

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