Landkreis Gifhorn verstetigt das Angebot seines Krisendienstes

Hilfe an schwierigen Tagen

Vielen Hilfesuchenden kann der Krisendienst des Landkreises Gifhorn schon durch eine telefonische Beratung weiterhelfen. Foto: dpa
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Vielen Hilfesuchenden kann der Krisendienst des Landkreises Gifhorn schon durch eine telefonische Beratung weiterhelfen.

Landkreis Gifhorn. Weihnachtszeit – friedliche Zeit? Nicht immer: Für manchen geraten gerade Feiertage zu Krisenzeiten. Alleinstehende spüren die Einsamkeit, in Familien kann es krachen.

Da ist es zumindest eine gute Nachricht, dass der Landkreis Gifhorn den 2014 im Rahmen einer Projektphase eingerichteten Krisendienst verstetigt. Der Kreistag hat dafür in dieser Woche grünes Licht gegeben.

„Der Krisendienst hat sich zu einer festen und verlässlichen Institution der psychiatrischen Versorgung im Landkreis Gifhorn entwickelt und ist ein kompetenter Ansprechpartner, um Menschen über Wochenende und Feiertage zu entlasten“, heißt es in einer Einschätzung der Kreisverwaltung.

Bürger, die den Krisendienst kontaktieren, melden sich vor allem wegen einer psychischen Erkrankung oder – in zirka 70 Prozent der Fälle – aufgrund akuter Notlagen. Häufige Themen: Depressionen, Ängste, Suizidgedanken. Manchmal geht es auch um Psychosen oder Suchtprobleme.

30 Mitarbeiter teilen sich die Dienste und sind 365 Tage im Jahr erreichbar, je zwei haben gleichzeitig Dienst. Sie stehen für telefonische Beratungen ebenso zur Verfügung wie für persönliche Gespräche in der Tagesklinik des AWO-Psychiatriezentrums (Campus 7, Gifhorn). Auch Hausbesuche gehören zum Leistungsspektrum, gegebenenfalls wird bei einer Krisenintervention ein Facharzt hinzugezogen.

Sechs der Mitarbeiter – alle haben einen fachbezogenen Hintergrund – sind beim Landkreis angestellt, die übrigen haben Honorarverträge. Im Hintergrund decken neun Ärzte die medizinische Seite des Angebots ab. Dr Sozialpsychiatrische Dienst Gifhorn koordiniert die Arbeit.

In der ersten Phase von Mai 2014 bis April 2015 haben sich nach einer Statistik der Kreisverwaltung 553 Menschen an den Krisendienst gewandt. In den 15 Monaten zwischen Mai 2015 und Juli 2016 waren es 696. An manchen Wochenende komme es zu Spitzen in der Auslastung, ein Muster sei dabei nicht erkennbar.

Fazit der Verwaltung: „Mit dem Krisendienst hält der Landkreis Gifhorn für Menschen in schwierigen Lebenslagen an allen Tagen des Jahres ein psychosoziales/psychiatrisches und prophylaktisches Angebot vor, das über die Landkreisgrenzen hinaus Anklang findet und den Ruf Gifhorns als bürgernahen Landkreis stärkt.“

Der Kreistag sah das genauso und votierte einstimmig für die Weiterführung. Nicole Wockenfuß (Grüne) erinnerte daran, dass ihre Fraktion den Anstoß für den Krisendienst gegeben habe. Im Haushalt 2017 stehen dafür 135 000 Euro.

Von Holger Boden

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