Elf neue DRK-Lotsen bringen Familien wieder auf Kurs

Hilfe in schweren Zeiten

Diese frischgebackenen Familienlotsen helfen im Landkreis, wenn Familien in schwierigen Zeiten Unterstützung brauchen. Zeitaufwand und jeweilige Tätigkeiten werden individuell abgestimmt. Foto: Kahl
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Diese frischgebackenen Familienlotsen helfen im Landkreis, wenn Familien in schwierigen Zeiten Unterstützung brauchen. Zeitaufwand und jeweilige Tätigkeiten werden individuell abgestimmt.
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Gifhorn. Einen „super hohen Wert“ bescheinigt Isolde Holicki von der Fachberatung Familie beim DRK Gifhorn den Familienlotsen.

Nach intensiven Schulungen haben jetzt elf neue von ihnen das Zertifikat überreicht bekommen, das sie als Helfer für Familien in schwerer See ausweist.

Für Holicki machen die „frühe Hilfe für Familien“ und die „niedrige Hemmschwelle, sich Rat zu holen“ den Charakter der Familienlotsen aus. Die Ehrenamtlichen würden relativ leicht als unterstützende Partner anerkannt – „weil es nicht das Jugendamt ist“, so Holicki weiter.

Eine der frisch Ausgebildeten – der überwiegende Teil sind Frauen – ist Simone Peckmann. Die Tülauerin ist in Frühpension und „will etwas zu tun haben – und dabei etwas Gutes tun“. Putzen, waschen und mit dem Hund rausgehen seien ihr nicht mehr genug gewesen, erklärt sie gegenüber dem IK. Die Mutter ist überzeugt davon, anderen mit ihren eigenen Erfahrungen im Umgang mit Kinderkrankheiten oder auch in Sachen Pubertät helfen zu können.

Einen anderen Zugang hat Alesia Schmidt. Die gebürtige Amerikanerin aus Leiferde ist Psychologin und systemische Familienberaterin, befindet sich derzeit auf Jobsuche und sieht die Aufgabe als Familienlotse als Chance, in ihrem Interessenfeld Familie weiter dazu zu lernen.

Die zehnwöchige Ausbildung zum Familienlotsen, da sind sich beide einig, habe vieles zum Nachdenken geboten. Distanz und Nähe, sich abgrenzen und auch wieder loslassen, von Familien(mitgliedern), denen man nahe gekommen sei – nur wenige Beispiele aus dem gesamten Spektrum. Das DRK in Gifhorn werde ihnen aber als „Backup“ in schwierigen Situationen Sicherheit geben. „Wir sind alle gespannt“, beschreiben sie, wie sie auf die kommenden Aufgaben blicken.

Bettina Meseke-Knauer koordiniert beim DRK die Erziehungslotsen im Landkreis. Seit 2009 mache man mit den Erziehungslotsen gute Erfahrungen, erklärt sie. Familien in schwierigen Zeiten werde geholfen. Das könne ganz allgemein die Haushaltsführung sein, die Begleitung der Kinder zum Kindergarten und zurück oder auch zu Arztbesuchen, das Erledigen der Hausaufgaben mit den Kleinen.

Und Frauke Bickel vom Ausbilder Life Concepts ermutigte die neuen Familienlotsen abschließend mit einem Kerzen-Vergleich: „Für einen Sinn im Leben muss man etwas von sich geben.“

Über das Angebot „Familienlotsen“ informiert das Familienbüro des Landkreises beim DRK am Wasserturm 5 in Gifhorn oder unter (05371) 80412.

Von Steffen Kahl

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