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Hilfe bei psychischen Krisen

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Landkreis Gifhorn. Für ein neues Angebot der psychiatrischen Notfallversorgung im Kreis Gifhorn macht sich der Ausschuss für Soziales und Gesundheit stark.

Auf seiner gestrigen Sitzung empfahl das Gremium, 50 000 Euro in den Kreis-Etat 2013 aufzunehmen, um einen sozialpsychiatrischen Krisendienst ins Leben zu rufen. Den Antrag dazu hatte Klaus Rautenbach (Grüne) gestellt.

Von dem Geld solle möglichst rasch ein Hilfskonzept entwickelt werden. Damit könne eine Lücke in der Versorgung von Menschen in seelischen Krisen geschlossen werden, erklärte Rautenbach und stieß damit bei der Ersten Kreisrätin Ingrid Alsleben auf Zustimmung. Laut Statistik gebe es im Kreis Gifhorn die meisten psychiatrischen Notsituationen, die Einweisungen erforderlich machen, werktags zwischen 16 und 22 Uhr sowie am Wochenende, sagte Alsleben. Doch zu diesen Zeiten sind Anlaufstellen wie Arztpraxen oder das Gesundheitsamt geschlossen, schnelle Hilfe ist nicht möglich. Der geplante Krisendienst könnte jedoch den Bedarf am Abend und am Wochenende decken.

„Ich finde den Vorstoß gut, denn wir wollen eine Verbesserung für psychisch kranke Menschen im Landkreis erreichen“, kommentierte Alsleben den Antrag von Rautenbach. Sie kann sich in dieser Frage zum Beispiel eine Kooperation mit der AWO vorstellen. „Wir wollen dazu ein Konzept entwickeln, doch das Geld sollte besser erst in den Nachtrags-Etat 2013 eingestellt werden“, schlug sie vor.

So viel Zeit will der Ausschuss aber nicht verstreichen lassen. „Wir wissen ja nicht, ob wir 2013 einen Nachtragshaushalt haben werden“, gab Ingrid Klopp (CDU) zu bedenken. Nun entscheidet der Kreistag, ob tatsächlich 50 000 Euro für das Projekt gewährt werden.

Nicht durchsetzen konnte sich Rautenbach indes mit einem weiteren Antrag. Er sprach sich dafür aus, dass der Landkreis die Sucht- und Drogenberatungsstelle Gifhorn/Wittingen der Diakonie Wolfsburg im kommenden Jahr mit 50 000 Euro unterstützt. Davon könnten zwei halbe Sozialpädagogen-Stellen für die Bereiche Suchtprävention und Psychosoziale Betreuung Substituierter mitfinanziert werden. Dem Ausschuss war dieser Betrag allerdings zu hoch. Mehrheitlich folgte das Gremium einem Vorschlag von Ines Kielhorn (SPD), die einen Zuschuss von 20 000 Euro für 2013 beantragt hatte.

Von Bernd Schossadowski

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