Wie auf die Wetterkapriolen reagieren – ein Experte gibt Rat

Hilfe für die Bauern

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So wie hier bei Wahrenholz müssen Bauern immer mehr mit Überflutungen und anderen Wetterkapriolen klarkommen. Was sind die Alternativen zum Reisanbau? Ein Experte gibt Rat. 

Dannenbüttel/Osloß. Die Wetterkapriolen setzen den hiesigen Bauern zu, die aktuelle Rübenernte gilt als die schwierigste seit Jahren (das IK berichtete).

Nicht wenige Bauern fragen sich: Wie soll das weitergehen? Die Landberatung Gifhorn-Wolfsburg will den Landwirten der Region helfen, der Agrarmeteorologe Dr. Matthias Herbst soll in einem Vortrag Antworten auf drängende Fragen liefern.

„Die Landwirtschaft hat immer mehr mit dem Wetter zu kämpfen“, erklärt Georg von Campen von der Landberatung. Spätfroste, Stürme und Regen machten Probleme. Aktuell seien im Nordkreis Gifhorn Flächen wegen Nässe nicht befahrbar, insbesondere neben den Flussläufen von Aller, Ise und Ohre. In der Konsequenz könnten Winterkulturen nicht gedrillt, also nicht gesät werden. Ob im Februar oder März wie üblich mit der Bodenbearbeitung begonnen werden könne, müsse man abwarten. Die letzte Ernte sei unter anderem durch Fäulnis-Ausfälle bei der Kartoffel geprägt.

Die schwierige Situation bedrohe bereits Existenzen. Denn anders als in anderen Jahren kann aktuell die schlechte Ernte nicht durch höhere Preis aufgefangen werden, so von Campen weiter. Die Weltmarktpreise gäben das nicht her. Die relativ kleinen Betriebe hier konkurrierten mit großen, kostengünstiger arbeitenden in Osteuropa oder Russland.

Auch wenn es für die Landwirte immer mal wieder schwierige Zeiten gegeben habe, stelle die derzeitige Situation die Betriebe vor besondere Herausforderungen, meint von Campen. Denn ungeachtet der Probleme stiegen die Pachten für Land, würden die Auflagen für Ställe steigen und auch Bürgerproteste gegen Stallvorhaben wachsen.

Es werden schon Scherze über Reisanbau gemacht.

Georg von Campen

Ganz schwarz will der Landberater dennoch nicht sehen. Ihn trage zum einen die Hoffnung, dass Nahrung immer erzeugt werden müsse und Landwirtschaft deswegen immer existieren werde. Außerdem gebe es auch Möglichkeiten, sich anzupassen.

Die Landberatung setzt hier mit der Beratung durch einen Experten an. Am kommenden Montag, 15. Januar, referiert Dr. Matthias Herbst vom Zentrum für Agrarmeteorologischen Zentrum beim Deutschen Wetterdienst zum Thema „Die Herausforderungen des Klimawandels aus Sicht der Landwirtschaft in der Region“.

Von Campen ist sich sicher, mit Dr. Herbst als Redner einen absoluten Experten gewonnen zu haben, der den Bauern Antworten geben kann auf drängende Fragen wie: Wie entwickelt sich das Wetter weiter? Was ist für die nächsten Jahre zu erwarten? Was kann ich tun?

Antworten deutet von Campen vorab nur an. Dränagen wären möglich, aber auch eine Anpassung beim Getreideanbau. Dass künftig Reisanbau die Landwirtschaft der Region dominieren könnte, schließt von Campen trotz der Probleme mit Regenwasser und Überflutungen – noch – aus. „Aber Scherze darüber werden schon reichlich gemacht.“

Von Steffen Kahl

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