Hilfe für Arztpraxen

Die wenigsten wissen, dass auch Ärzte, Apotheker oder Physiotherapeuten eine Förderung beim Landkreis Gifhorn beantragen können. Foto: pixelio.de

Landkreis Gifhorn. In Sachen Wirtschaftsförderung zieht die Landkreisverwaltung Zwischenbilanz. 2,2 Millionen Euro hat der Landkreis Gifhorn vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Förderperiode 2007 bis 2013 für kleinere und mittelständische Betriebe erhalten. Die Fördergelder bestehen zu 50 Prozent aus EU-Geldern, die vom Landkreis und den Standortkommunen kofinanziert werden. Wie Manuel von Daak von Wirtschaftsförderung erläutert, konnten bis Ende 2010 1,8 Millionen Euro Fördergelder an insgesamt 51 Unternehmen bewilligt werden.

„Was allerdings die wenigsten wissen: auch Arztpraxen, Apotheker, Physiotherapeuten können die Förderung in Anspruch nehmen“, informiert Erste Kreisrätin Ingrid Alsleben mit Blick auf die Ärzteproblematik im Kreisgebiet. „Von Arztpraxen hängen ja auch bestimmte Strukturen ab – die sich natürlich verändern, wenn eine Praxis schließen muss“, erläutert Alsleben.

Wie Manuel von Daak beschreibt, konnte dank der EFRE-Fördermittel beispielsweise eine Arztpraxis in Meinersen, wo es schwer war, eine Nachfolge zu bekommen, erhalten werden. Nun kann der neue Arzt die Praxis übernehmen, renovieren und neue Geräte anschaffen. Gleiches in Gifhorn: Eine bestehende Praxis konnte erweitert, somit erhalten werden und zugleich weitere Arbeitsplätze schaffen. Auch die Übernahme einer Apotheke wurde so gesichert. Als positiv beschreibt Alsleben die Zusammenarbeit zwischen Arzt, Kommune, Wirtschaftsförderung, Kassenärztliche Vereinigung und Landkreis. Diese Kooperation sei konkret nach den Treffen am runden Tische im vergangenen Jahr zustande gekommen (das IK berichtete).

Gefördert werden im Landkreis Gifhorn alle Branchen. „Zwar könnte sich der Kreis spezialisieren, aber dafür ist der Landkreis viel zu breit aufgestellt“, weiß von Daart. Die bereits bezuschussten Unternehmen hätten insgesamt rund 15 Millionen Euro investiert und so einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftskraft im Kreisgebiet geleistet. Auch seinen diese Investitionen mit der Sicherung von 370 und der Schaffung von 60 zusätzlichen Dauerarbeitsplätzen verbunden.

Der Wirtschaftsexperte ist überzeugt: „Auch in diesem Jahr wird sich die positive Entwicklung fortsetzen. Wir planen in 2011 für rund 40 bezuschusste Projekte mit einer Gesamtförderung von etwa 1,3 Millionen Euro.“ Der höchst mögliche Investitionszuschuss kann bei kleineren bis zu 15 Prozent, bei mittleren Unternehmen bis zu 7,5 Prozent betragen. Der Förderhöchstbetrag ist auf 100 000 Euro begrenzt.

Weitere Informationen gibt es bei der Wirtschaftsförderung unter (0 53 71) 8 24 04 oder 8 24 12.

Von Carola Peiser

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