Neue Einrichtung soll im Frauenzentrum angesiedelt werden

Hebammen-Zentrale für den Kreis Gifhorn geplant

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Das im Frauenzentrum angesiedelte Angebot ist als Anlaufpunkt für werdende Mütter und auch für Hebammen gedacht. Das sagte Landrat Dr. Andreas Ebel während der jüngsten Kreistagssitzung.

Landkreis Gifhorn. Die neue geplante Hebammen-Zentrale soll für alle Seiten ein Gewinn sein. Das im Frauenzentrum angesiedelte Angebot ist als Anlaufpunkt für werdende Mütter und auch für Hebammen gedacht.

Damit spart man viel Zeit mit der Suche nach einer Hebamme, und auch die Hebammen selber werden von Bürokratie entlastet, erklärte Landrat Dr. Andreas Ebel bei der jüngsten Kreistagssitzung.

In der Hebammen-Zentrale, der ein Hebammencafé angeschlossen wird, soll ein Überblick über die verschiedenen Angebote vorgehalten werden. Darüber hinaus soll auch ein Austausch mit anderen werdenden Müttern möglich sein. Wir sind damit auf dem richtigen Weg“, erklärte Ebel, vor allem auch angesichts der vorübergehenden Schließung des Kreißsaals der Helios-Klinik in Gifhorn, die am Montag begann.

Zum anderen werde mit einem solchen Angebot und der damit einhergehenden Entlastung auch der deutliche Hebammen-Mangel angegangen. Der Landkreis will zudem mit der Erstattung von Kursgebühren und Fortbildungen Hebammen unterstützen und Existenzgründungen bezuschussen. Und das offenbar mit Erfolg. Ebel vermeldete, dass zwei Hebammen-Anwärterinnen ein Stipendium in Anspruch nehmen wollen.

Zudem beschloss der Kreistag die Einrichtung einer Beratungsstelle für männliche Täter bei häuslicher Gewalt. Ablehnung gab es dafür seitens der Unabhängigen. „Das wäre eine Erweiterung von dem, was es schon gibt. Die AWO macht das seit Jahrzehnten“, sagte der Fraktionsvorsitzende Jürgen Völke. „Eigentlich ist es traurig, dass wir uns überhaupt mit so einer Thematik beschäftigen müssen“, sagte Ilse-Marie Schmale (CDU). Sie verwies auf die Statistik. 6000 Plätze gebe es in Deutschlands Frauenhäusern, obwohl 20 000 benötigt würden. Gerade die Weihnachtszeit sei für viele Frauen das „Fest der Hiebe“. Die Beratungsstelle soll in Kooperation mit der Stadt Wolfsburg und dem Landkreis Helmstedt aufgebaut werden. Nach der Meinung von Nicole Wockenfuß (Grüne) sollten auch Täterinnen mit einbezogen werden. Denn auch die gebe es, allerdings in kleinerer Zahl.

Positive Zahlen gab es von der Gleichstellungsbeauftragten Christine Gehrmann. In ihrem Bericht sagte sie, dass vor Installierung des Amts der Gleichstellungsbeauftragten in der Kreisverwaltung fünf Frauen im höheren Dienst arbeiteten. Derzeit liege die Zahl der im gehobenen und höheren Dienst tätigen Frauen bei 54. Zudem sei in dieser Zeit das Frauenhaus, die Beratungsstelle BIss oder der Netzverbund entstanden, dazu Ganztagsschulen, Krippen, was es vor 30 Jahren nicht gab.

Von Burkhard Ohse

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