Tierschutzvereine im Nordkreis berichten über gesteigerte Nachfrage

Gifhorner Nordkreis: Haustier-Boom im Homeoffice?

Eine Frau hält liebevoll einen weißen Hund auf ihrem Schoß.
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Bei den Tierschutzvereinen in Wittingen und Gifhorn gab es in diesem Jahr eine gesteigerte Nachfrage nach Haustieren.
  • vonTimo Hölscher
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Landkreis Gifhorn – In diesem Jahr spielt sich der Alltag vieler Menschen aufgrund der angeordneten Kontaktbeschränkungen überwiegend innerhalb der eigenen vier Wände ab. Das Gefühl von Einsamkeit und Depressionen erleben viele (das IK berichtete).

Eine Möglichkeit, täglich mit einem Lebewesen in Kontakt zu sein, ist das Halten eines Haustieres. „Die Nachfrage nach Haustieren steigt. Wir haben in diesem Jahr, vor allem im März, ungewöhnlich viele Katzen an Einzelpersonen, besonders an Ältere, vergeben“, berichtet Petra Paeger, Vorsitzende des Tierschutzes Isenhagener Land. Auch Kaninchen, vor allem für Familien mit Kindern, konnte der Verein aus Wittingen 2020 besser vermitteln als sonst.

Beim Tierschutzverein Gifhorn und Umgebung lässt sich die gestiegene Nachfrage nach Haustieren auch in Zahlen belegen. So wurden hier elf Prozent mehr Hunde vergeben – nach 55 Vierbeinern 2019 fanden in diesem Jahr 62 Hunde neue Besitzer. „Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, woran die größere Nachfrage liegt. Unsere Nachfragen an Interessierte, ob es an Corona liege, verneinen viele“, sagt Andrea Reichstein, erste Vorsitzende des Gifhorner Vereins. 14 Hunde und 20 Katzen befinden sich aktuell noch im Bestand des Tierschutzvereins, bei dem Interessierte sich derzeit nur nach Terminabsprache Tiere ansehen dürfen. Somit sollen sich der Andrang und zu viele Menschen in Grenzen halten. Auch die klassischen Geschäftszeiten gibt es so aktuell nur telefonisch.

Ebenso in der Samtgemeinde Hankensbüttel hat man eine gesteigerte Nachfrage nach Tieren bemerkt. So wurden hier im laufenden Jahr 21 Prozent mehr Hunde neu angemeldet – nach 87 Vierbeinern 2019 sind es nun 110 neue Hunde. Einen Rückgang gibt es dagegen in der Stadt Wittingen zu verzeichnen. Waren es 2019 noch 118 neue Hunde, so wurden in diesem Jahr nur noch 86 Vierbeiner angemeldet. Die Samtgemeinden Wesendorf und Brome konnten auf IK-Anfrage keine aktuellen Zahlen zur Verfügung stellen.

Gerade zu den anstehenden Festtagen hat Paeger noch eine Bitte: „Bitte verschenken Sie keine Tiere. Das ist jedes Jahr wieder ein Problem, da viele Beschenkte dann doch kein Haustier haben möchten.“

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