Kreis Gifhorn: Verbund soll gegen den Allgemeinmediziner-Mangel helfen

Hausarzt gesucht

Dieter Kaffke (vorne, v.l.), Geschäftsführer des Klinikums, Rolf Amelsberg, Roger Kuhn, ärztlicher Direktor am Klinikum, Thilo Engelhardt (hinten, v.l.), Carsten Gieseking und Klaus-Achim Ehlers bei der Vertragsunterzeichnung.
+
Dieter Kaffke (vorne, v.l.), Geschäftsführer des Klinikums, Rolf Amelsberg, Roger Kuhn, ärztlicher Direktor am Klinikum, Thilo Engelhardt (hinten, v.l.), Carsten Gieseking und Klaus-Achim Ehlers bei der Vertragsunterzeichnung.

Gifhorn. Das Thema Hausärzte im Landkreis Gifhorn ist für die Verantwortlichen noch lange nicht vom Tisch. „Gerade für junge Ärzte, die sich weiterbilden wollen und müssen, ist die Ausbildung zum Allgemeinmediziner schwierig.

Das bezieht sich weniger auf das Fachliche, sondern auf das Organisatorische“, erklärt Thilo Engelhardt, Koordinator für die Verbundweiterbildung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Das soll sich nun ändern.

Nun unterzeichneten Vertreter der KVN, des Gifhorner Klinikums, des Kreises und weiterer Institutionen eine Vereinbarung, die die Weiterbildung junger Mediziner zu Ärzten für Allgemeinmedizin fördern soll. Ein festes Gerüst¸ das aber noch Flexibilität zulässt, steht dann den Hochschulabsolventen, aber auch älteren Fachärzten, die sich umorientieren wollen, zur Verfügung. Wartezeiten, Bewerbungen, Suche nach Stellen bei anderen Ärzten sollen so minimiert werden.

Angesprochen werden sollen damit vor allem Medizin-Studierende höherer Semester. „Es gibt unter anderem eine Liste von Hausärzten, die für die Weiterbildung junger Kollegen zur Verfügung stehen“, erklärt Klaus-Achim Ehlers, Kreisstellensprecher der KVN. Diese Maßnahme soll es dem Ärztenachwuchs schmackhaft machen, in den Landkreis zu kommen. Denn vor allem im Nordkreis, und hier besonders in Wittingen, ist die Grundversorgung nicht gerade gut.

„Durch eine Gebietsreform wurden die Versorgungszahlen schön gerechnet. Wir haben 100 Prozent Hausärzteabdeckung, daher ist der Status von der Gefährdung der Grundversorgung nicht mehr aktuell. Doch ist die Versorgung lokal sehr unterschiedlich“, bestätigt Carsten Gieseking, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Braunschweig. 20 Prozent der Ärzte im Landkreis sind bereits 63 Jahre oder älter, der Ruhestand ist hier also absehbar. Zudem gingen Medizinabsolventen vermehrt in die Industrie, ließen sich zu Fachärzten statt Allgemeinmedizinern ausbilden oder arbeiteten in Teilzeit, denn der Frauenanteil im Studiengang Medizin steigt stark an. „Wittingen wird so zu einem Problem, Hankensbüttel geht noch“, bekräftigt Ehlers.

Und man braucht die Ärzte nicht nur zur Versorgung der Bevölkerung, sondern auch zur Weiterbildung. Eine Weiterbildung bei einem niedergelassenen Arzt gehört zwingend zur Ausbildung, wenn auch am Ende, nachdem im Gifhorner Klinikum schon Erfahrungen gesammelt worden sind.

Die Kosten der Initiative werden zum Teil durch den Landkreis, etwa bei Seminaren, oder von der KVN getragen. „Auch für weitere Hilfe steht der Landkreis zur Verfügung“, sagt der zuständige Kreisrat, Rolf Amelsberg. „Wir werden die Gemeinden und Samtgemeinden unterstützen.“

Von Burkhard Ohse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare