Wanderspaß mit dem Smartphone hat mittlerweile zahlreiche Anhänger

Per Handy auf Flaggensuche

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Aus ganz Norddeutschland kamen die Teilnehmer des dritten Flagstackings am Tankumsee bei Isenbüttel. Mit dem Smartphone ging es auf virtuelle Flaggensuche. 

Isenbüttel. Es muss nicht immer nur Wandern sein. Am Samstagmittag versammelten sich rund 30 Teilnehmer und Freunde des Flagstackings am Tankumsee unweit von Isenbüttel, um die Gegend zu erkunden.

Das Smartphone verriet, wo die Flaggen in Ziegenform sind. Für jeden Fund gibt es Punkte.

Dabei war der Blick zumeist auf das Smartphone gerichtet, denn es galt nicht nur, die Schönheiten der Natur und der Region zu erleben, sondern auch, virtuelle Flaggen einzusammeln. Sowie man in den 50-Meter-Bereich einer zuvor von einem aktuellen oder früheren sogenannten „Flaghunter“ gesteckte Flagge kam, leuchtete ein roter Kreis auf. Ein Klick und die Flagge, in diesem Fall passend in Form eines Ziegenkopfs, brachte mehr oder weniger Punkte auf das Konto des Finders.

„Die werden ihm dann gutgeschrieben, es gibt ein Ranking“, erläuterte Detlef Geisler, der die Gifhorner Gruppe leitet und der die rund 14.5 Kilometer lange Strecke, den „Zickentrail“ bis nach Gifhorn, ausgearbeitet hatte. Der Erfolg der Flaggensammler ist in den Level-Aufstiegen sichtbar. Die zu findenden Flaggen standen auf dem Weg, allerdings nicht irgendwo, sondern zumeist an POI. „Das sind Points of Interest“, erklärte Geisler, also Orte, an denen es etwas zu schauen gibt.

Das war nicht nur für die Gifhorner Teilnehmer interessant, sondern vor allem für die Auswärtigen. Denn auch aus Hamburg, Bremen oder Cottbus waren Fans angereist und machten begeistert mit.

Wer gedacht hatte, dass es sich bei den Teilnehmern um Jugendliche handelt, täuschte sich. Die meisten waren im besten Alter oder sogar schon Rentner und gut vorbereitet. Außer dem eigenen Smartphone gehörte dazu auf jeden Fall ein Ersatzakku. „Es ist ein Sport für Jung bis Alt“, sagte Geisler. „Ein bisschen wandern, ein wenig die Natur erleben.“ Und eben Flaggen sammeln.

Mit dabei war mit Erik Herklotz auch der Entwickler der App, die aus Deutschland kommt, aber weltweit, auch in den USA oder Australien verwendet wird. „Schwerpunkt ist allerdings Deutschland“, sagte Geisler. Die gesteckten Fahnen und Ziegensymbole, die von jedem Teilnehmer am Wochenende angeklickt werden konnten, sind übrigens auch nach dem Wochenende weiter vorhanden. „Man kann jederzeit selber losgehen, jede Flagge kann von jedem gesammelt werden“, sagte Geisler. Und die Punkte kommen dann auch bei diesen Sammlern auf das Konto. Immerhin gibt es bereits mehr als eine Millionen virtuelle Flaggen auf der Weltkarte. Und sekündlich kommen neue hinzu. Die Flaghunter vom Wochenende ließen den Tag in der Brasserie Paulas in Gifhorn ausklingen. Dort erhielten die erfolgreichsten Drei kleine Preise. Auch das vierte Flagstacking ist bereits in Planung und findet voraussichtlich im März statt. Geisler denkt dabei an einen Nighttrail in Braunschweig.

Von Burkhard Ohse

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