Inklusion: Schreiben an Schulausschuss des Landkreises – der tagte gestern

Gymnasium ruft um Hilfe

Das Gymnasium Hankensbüttel fühlt sich bei der Umsetzung der Inklusion an Schulen alleine gelassen. Direktor Martin Hille schrieb einen entsprechenden Brief an die Mitglieder des Schulausschusses. Das Gremium tagte gestern um 15 Uhr im Schloss Gifhorn.
+
Das Gymnasium Hankensbüttel fühlt sich bei der Umsetzung der Inklusion an Schulen alleine gelassen. Direktor Martin Hille schrieb einen entsprechenden Brief an die Mitglieder des Schulausschusses. Das Gremium tagte gestern um 15 Uhr im Schloss Gifhorn.

Landkreis Gifhorn. Als die Mitglieder des Ausschusses für Schule und Sport am Dienstag Nachmittag um 15 Uhr im Rittersaal des Schlosses Gifhorn zusammenkamen, dann hatten sie in ihren Sitzungsunterlagen auch einen Hilferuf des Gymnasiums Hankensbüttel.

Denn das fühlt sich bei der Umsetzung der Inklusion „zunnehmend allein gelassen“, wie Direktor Martin Hille schreibt.

Wenn Kinder, die im emeotional-sozialen Bereich eingeschränkt sind, ihre Bildungschancen auch an Gymnasien wahrnehmen können sollen, dann müsse auch die notwendige Infrastruktur an den Schulen vorhanden sein, schreibt der Oberstudiendirektor. Der Bedarf an zusätzlicher sozialpädagogischer Betreuung sei überproportional angeschwollen. Das sei vom Hankensbütteler Gymnasium personell wie auch räumlich nur noch notdürftig zu bedienen.

Deutlich formuliert der Schulleiter: „Schulsozialarbeit ist von Schulsozialarbeitern und Sozialpädagogen zu leisten, nicht von den Lehrkräften ,on top’.“ Realität sei, dass die Schulträger auf das Land Niedersachsen verwiesen, das seinerseits den Ball zurückspiele und sogar untersage, dass Budgetmittel für den „Zukauf“ von Schulsozialarbeit durch die Schulen verwendet werden. Der Einsatz von Bundesfreiwilligendientsleistern scheitere an bürokratischen Hürden, heißt es in Hilles Philippika zum Schluss.

Hille steht mit seinen Forderungen nicht alleine da. Bereits in der vergangenen Woche meldeten sich jeweils der Rektor eine Gifhorner Grund- beziehungsweise Hauptschule zu Wort. Sie brachten im Tenor die gleiche Klage dem städtischen Gifhorner Ausschuss zu Gehör. wie Hille sie für den Kreis-Schulausschuss formuliert hat vor.

Und auch beim Niedersächsischen Landkreistag, dem Spitzenverband der niedersächsischen Landkreise, ist das Thema angekommen. Die 200 Mitglieder verabschiedeten am Donnerstag die so genannte Gifhorner Erklärung zur Inklusion an Schulen. Darin wird ein Gesamtkonzept von der Landesregierung eingefordert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare