Günstig wohnen in Wittingen

Gutachterrunde: Uwe Heißmeyer (v.l.), Ulrike Tilk und Thomas Kieschke stellten den neuen Grundstücksmarktbericht vor. Foto: Ohse

Gifhorn. „Die Unterschiede in den Immobilien- und Bodenpreisen im Landkreis werden größer. Der durchschnittliche Anstieg der Immobilienwerte im letzten Jahr um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr um ebenfalls 1 Prozent kann in erster Linie dem Südkreis zugeschrieben werden“, erklärt Ulrike Tilk, Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Wolfsburg, der auch für die Landkreise Gifhorn, Celle und Helmstedt zuständig ist.

Stiegen die Baulandpreise im Südkreis um 3 Prozent, sanken sie im Nordkreis dagegen um 2 Prozent. Während in Wittingen ein Quadratmeter Bauland in mittlerer Lage 40 Euro, in Hankensbüttel 35 Euro, in Wahrenholz bereits 55 und in Rühen 75 Euro kostet, zahlt man in der Stadt Gifhorn 115 und in der Samtgemeinde Papenteich bis zu 110 Euro.

Auch bei der Zahl der gehandelten Immobilien gibt es einen Trend nach oben. „Nachdem im Vorjahr die Verkäufe weiter gesunken waren, stiegen die registrierten Kauffälle im Berichtsjahr 2010 um 18 Prozent auf 2 168 verkaufte Objekte“, so Tilk. 225 Millionen Euro und 16,88 Quadratkilometer Fläche wechselten demnach den Eigentümer. Der Geldumsatz stieg damit um 26, der Flächenumsatz um 19 Prozent an. Genaue Gründe dafür seien nicht festzumachen, der wirtschaftliche Aufschwung könnte jedoch einer sein, sagte Tilk.

Der Preisanstieg beim Ackerland (5 Prozent) und Grünland (13 Prozent) ist dagegen in erster Linie dem erhöhten Flächenbedarf wegen der Biogasanlagen zuzurechnen.

Um fast 8 Prozent stieg die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen an. Einen Anstieg um 12 Prozent gab es auch bei der Anzahl umgesetzter bebauter Grundstücke, knapp 16 Prozent mehr Kauffälle waren es bei den unbebauten Bauflächen. Dabei bewegten sich die mittleren Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser im Nordkreis bei 106 000 Euro gegenüber 17 8000 Euro im Südkreis. Leicht fallende bis stabile Tendenz ist dagegen bei den Wohnraummieten festzustellen, wenngleich es keinen Mietspiegel für den Raum Gifhorn-Wolfsburg gibt, wie Uwe Heißmeyer vom Katasteramt betonte.

Jedoch werden Hausbesitzer regelmäßig um Auskunft gebeten, die Ergebnisse vom Katasteramt zusammengetragen und ausgewertet. „Der Gutachterausschuss, besetzt mit ehrenamtlichen Fachleuten, verabschiedet dann den Bericht, der für Markttransparenz sorgen soll, erklärt Tilk. „Wichtig sind diese Daten auch bei Ehescheidungen oder bei der Berechnung der Erbschaftssteuer, denn Immobilien werden nach ihrem momentanen Verkehrswert berücksichtigt.“

Eine Prognose für die Zukunft wagen die Experten nicht. „Wir beschreiben nur, was im vergangenen Jahr gewesen ist“, erläutert Thomas Kieschke, Leiter des Katasteramts. Zu erwerben sind der Marktbericht und die Bodenrichtwertkarte beim Katasteramt. Alternativ dazu sind die Informationen auch gegen Gebühr im Internet unter www.gag.niedersachsen.de zu finden.

Von Burkhard Ohse

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