Landtagsabgeordnete Byl verweist auf Berechnungen des Postdam-Instituts für Klimafolgenforschung

Grüne warnen: Klimawandel trifft Gifhorner Ostkreis besonders

+
Imke Byl, Grüne Landtagsabgeordnete.

Gifhorn/Hannover – Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft beschäftigen insbesondere nach den letzten zwei sehr trockenen Jahren und einigen neuen Hitzerekorden viele landwirtschaftliche Betriebe.

Anlässlich eines Antrags der Grünen, der bereits aus dem Sommer 2018 stammt, fand nun in einer Sitzung des Agrarausschusses des niedersächsischen Landtages eine Anhörung statt, in der auch mögliche Auswirkungen der Klimakrise auf die Landwirtschaft im Landkreis Gifhorn zur Sprache kamen.

Für die Forderungen der Grünen gab es nach deren Angaben viel Zuspruch von der überwiegenden Mehrzahl der anzuhörenden Experten. Ein besonderer Fokus der Debatten während der etwa dreistündigen Anhörung lag auf der Forderung nach verstärktem Humusaufbau, um mehr Kohlenstoff im Boden zu speichern und die Fähigkeit des Bodens, Feuchtigkeit zu halten, zu verbessern. Dabei sprachen sich nahezu alle Experten für ein Wassermanagement aus, das das Wasser in der Fläche hält. Auch die Förderung von wassereinsparender Technik insbesondere bei der Bewässerung hat großen Anklang gefunden.

Einigen Aussagen zufolge ist der Ökolandbau in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für eine gute Bodengesundheit. „Auch aus diesen Gründen benötigen wir in Niedersachsen mehr Biolandwirtschaft“, meint die Grünen-Abgeordnete Imke Byl aus Gifhorn. „Insgesamt haben wir hierzulande nur etwa 4 Prozent Ökolandbau und sind damit Schlusslicht.“

Auch wenn der Nordosten mit 15 Prozent als Vorbild voraus gehe, hätten Karten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung deutlich gezeigt, dass insbesondere die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Uelzen, Celle und Gifhorn künftig mit 10 bis 15 Prozent Ertragseinbußen durch die Klimakrise zu rechnen haben. „Am höchsten ist die Gefahr vor allem im Osten unseres Landkreises“, warnt Byl.

Als weitere Maßnahmen für den Klimaschutz im Land kamen unter anderem auch die Reduktion der Tierzahlen, ein verbesserter Hitzeschutz bei Stallbauten, die Einhaltung der Vorgaben für Tiertransporte und der Verzicht von Sojaimporten aus Regenwaldgebieten zur Sprache. Byl: „Durch die vielseitigen Anregungen bei der Anhörung haben sich einige weitere sinnvolle Ergänzungen für den Antrag ergeben, der so nun nicht einfach von CDU und SPD abgelehnt werden kann. Wir müssen endlich handeln und erwarten deshalb von der GroKo, dass sie bis zur Abstimmung über den Antrag nicht wieder ein Jahr verstreichen lässt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare