Gemeindevertreter zu Gesprächen beim ZGB / Auslegung der Gebietsblätter im September

„Großes Interesse an Windenergie“

Das Thema Windkraft ist nach der Vorstellung der ZGB-Planung in aller Munde. Im Oktober folgt die Auslegung.
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Das Thema Windkraft ist nach der Vorstellung der ZGB-Planung in aller Munde. Im Oktober folgt die Auslegung.

Isenhagener Land. Die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Hankensbüttel, Gemeindevertreter sowie Samtgemeinde-Bürgermeister Andreas Taebel haben sich jetzt mit Jens Palandt vom Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) getroffen, um sich die Planungen des ZGB zu den neuen Windkraft-Vorrangstandorten (das IK berichtete mehrfach) im Detail erläutern zu lassen.

Ratsfrau Ingrid Wrede (FDP), die Hankensbüttels Bürgermeister Martin Rausch vertrat, berichtete dem IK nach dem Gespräch, dass der ZGB mit Augenmaß und Transparenz vorgehen und dabei die Rechtsentwicklung sowie Rechtslage im Blick behalten wolle. Der Schutz des Menschen stehe im Vordergrund. Dazu habe der ZGB für alle Bereiche einheitliche Kriterien angesetzt. Die Gesamtfläche für die Anlagen im ZGB-Bereich soll sich verdoppeln: So sind 400 zusätzliche Anlagen geplant. Die Standorte sollen eine Mindestgröße von 50 Hektar aufweisen und können bis maximal 400 Hektar groß sein. Der Mindestabstand zu Siedlungen beträgt 1000 Meter, zu Einzelhäusern 500 Meter.

Für Potentialflächen waren rund 19 000 Hektar vorgesehen, nach der Prüfung verbleiben davon 4218 Hektar. Anlagen in Wald- oder Landschaftsschutzgebieten soll es nicht geben. Zudem sollen Orte nicht durch die Anlagen eingekreist werden. Die 120-Grad-Regelung an den Ortsrändern soll eingehalten werden sowie Erweiterungen von Standorten von Orten weggehalten werden. Im Kreis Gifhorn sollen zusätzliche 679 Hektar für Anlagen vorgesehen sein, der Kreis hat damit die meisten Anlagen. Allerdings sind auch etliche Flächen herausgefallen oder eingeschränkt worden. So ist die Fläche bei Emmen herausgefallen, und ein Bereich rund um Wittingen wegen Artenvorkommen. Bei Bokel soll es möglich sein, rund sechs bis sieben Anlagen aufzustellen.

Der westlichen Bereich von Hankensbüttel Richtung Masel soll wegen Fledermausvorkommen gestrichen worden sein. Im Windpark bei Langwedel soll eine neue kleine Fläche mit einer Anlage hinzukommen. Der Steinhorster Bereich soll wegen Artenvorkommen außen vor sein.

Im November sind in den Kreisstädten Bürgerversammlungen geplant. Wenn die Auslegung öffentlich erfolgt, können die Unterlagen eingesehen werden. Wenn Widersprüche zu Entscheidungen des ZGB erfolgen, zum Beispiel, weil Flächen herausgefallen sind, müsse der Widerspruch schon sehr stichhaltig sein und mit Gegengutachten untermauert werden, hieß es laut Wrede.

Christiane Fromhagen, Bürgermeisterin der Gemeinde Sprakensehl, sagte: „Jens Palandt hat gemerkt, dass die Samtgemeinde Hankensbüttel ein großes Interesse am Thema Windkraft hat, und dass wir uns einig sind, dass Windenergie eine gute Sache ist.“ Der Bürgermeister der Gemeinde Dedelstorf, Bernd Rodewald, hatte sich von dem Treffen etwas mehr erwartet: „Das haben wir schon gewusst.“ Er warte jetzt auf die Auslegung der Gebietsblätter im September. Werner Rodewald, Bürgermeister der Gemeinde Obernholz, sagte: „Eine detaillierte Begründung des ZGB liegt noch nicht vor. Diese müssen wir abwarten und dann schauen, ob wir noch an kleinen Schräubchen drehen können.“ Sowohl bei Gegnern als auch Befürwortern werde es Enttäuschungen geben. Wilhelm Hasselmann, Bürgermeister der Gemeinde Steinhorst, sagte: „Wir warten auf die Gründe, die dazu geführt haben, dass wir als Standort herausfallen. Die Windenergie wäre ein wirtschaftlicher Faktor für uns.“

Von Paul Gerlach

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