„Grausam kommt von Grau“

Hochwasser auf Äckern macht Landwirten im Kreis zu schaffen

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Sieht aus wie ein See, ist aber eigentlich Ackerfläche: Bei Wahrenholz stehen zahlreiche Felder unter Wasser. Anhaltender Niederschlag macht den Landwirten die Bearbeitung unmöglich.

Landkreis Gifhorn. Normalerweise sind die an die Ise angrenzenden Flächen am Wahrenholzer Ortseingang Äcker – momentan gleichen sie einer Seenlandschaft. Ein Bild, das sich nicht nur bei Wahrenholz bietet, sondern momentan überall im Landkreis zu sehen ist: Andauernde Regenperioden haben vielerorts Äcker unter Wasser gesetzt.

Unweit des Hankensbütteler Weinbergs steht Wasser seit Wochen auf diesem Acker und hat auch einen Weg überflutet.

„Grausam kommt wohl von grau“, sagt Klaus-Dieter Böse lakonisch. Zum Lachen ist dem Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes aber angesichts der Wetterlage nicht. „Wir haben quasi seit Sommer eine anhaltende Hochwassersituation“, so Böse. „Die Äcker sind mit Wasser gesättigt, es fließt nicht mehr ab. Eine Bearbeitung ist unter solchen Umständen gar nicht möglich.“ Die enorme Nässe des Jahres 2017 habe dafür gesorgt, dass nicht nur die Ackerflächen selbst, sondern auch die Zufahrten sich vielerorts in „katastrophalem Zustand“ befänden, ebenso die unbefestigten Wirtschaftswege. „Bei den Ernten wurden tiefe Fahrspuren hinterlassen, die sind jetzt natürlich mit Wasser gefüllt“, führt Böse aus. „Schon im Herbst mussten einige Ackerbestellungen ausfallen. Wenn es so weitergeht, will ich mir gar nicht vorstellen, wie es im Frühjahr aussieht.“

Momentan hofft Böse auf Frost. „Dann gehen die Wege zumindest nicht noch weiter kaputt. Außerdem bedeutet das auch weniger Niederschlag. Aber wenn es dann taut, sieht es wieder ähnlich aus.“

Die Landwirtschaftskammer Gifhorn bestätigt: 2017 war mit 932 Millimetern Niederschlag das zweitnasseste der vergangenen 30 Jahre. „Normal sind für unsere Gegend etwa 650 bis 670 Millimeter“, ordnet Hartmut Völz von der Landwirtschaftskammer Gifhorn ein. „Das sind also schon gewaltige und beängstigende Werte.“

Von Dennis Klüting

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