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Glasfaser in Gifhorn: Baustart in zwei Nordkreis-Clustern im September

Rollen mit Giffinet-Material: Auch in den Samtgemeinden Wesendorf und Brome soll das Glasfaserprojekt ab September im Straßenbild sichtbar werden.
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Rollen mit Giffinet-Material: Auch in den Samtgemeinden Wesendorf und Brome soll das Glasfaserprojekt ab September im Straßenbild sichtbar werden.

Landkreis Gifhorn – Auch in den Samtgemeinden Wesendorf und Brome dürfen die Bürger bald auf einen Start des Glasfaser-Ausbaus hoffen.

Wie der Wirtschaftsförderer des Landkreises Gifhorn, Jörg Burmeister, am Dienstagnachmittag in der Kreistagssitzung erläuterte, sollen die Tiefbauarbeiten im Vermarktungscluster 2 (Samtgemeinde Wesendorf, Teile der Samtgemeinde Hankensbüttel) spätestens im September beginnen. Gleiches gelte für das Cluster 3, zu dem die erschließungsfähigen Bereiche der Samtgemeinde Brome gehören.

Mit 65, 62 und 59 Prozent Anschlussquote waren die drei Cluster, in denen die weißen Flecken des Nordkreises liegen, die erfolgreichsten bei der Giffinet-Vermarktung. 57 Prozent waren es im Cluster 4 (Isenbüttel, Sassenburg, Gifhorn), die Samtgemeinde Papenteich landete jetzt mit 43 Prozent knapp über der geforderten 40-Prozent-Marke.

Auf Antrag der AfD erläuterte Burmeister noch einmal die Kostensteigerung des Breitband-Projektes um 46 auf 122 Millionen Euro (das IK berichtete). Zu den Faktoren dabei gehörten eine höhere Reservekapazität (6,8 Millionen), die Mehrkosten für eine 100-prozentige Erschließung der weißen Flecken (8 Millionen), eine Mitverlegung in grauen und schwarzen Flecken (5 Millionen), gestiegene Baukosten (19,3 Millionen) und höhere Planungs- und Bauleitkosten (6,9 Millionen).

Dem stünden gleichzeitig Einsparungen sowie höhere Einnahmen entgegen. So werden 17 Millionen Euro mehr Fördergeld erwartet, ein Mehrerlös von 5 Millionen in den grauen und schwarzen Flecken sowie weitere 17 Millionen über Pachtpreise und eine höhere Anschlussquote. Diese Mehreinnahmen seien sicher, sagte Burmeister dem Kreistag auf Nachfrage.

Weniger Ausgaben als geplant wird es für den Landkreis beim Anschluss von Schulen und Krankenhäusern geben. Das ist das Ergebnis eines Markterkundungsverfahrens. 49 Schulen und 3 Krankenhäuser können demnach förderfähig mit Glasfaser versorgt werden. Bei 33 Schulen und einem Krankenhaus gehe das nicht, so Burmeister: „Dort ist ein eigenwirtschaftlicher Ausbau möglich, der Landkreis darf das in diesen Fällen nicht.“ In der Summe rechnet der Landkreis in diesem Segment daher nun mit 13 Millionen anstatt 21 Millionen Euro Ausbaukosten.

Kritik kam von der AfD. Die höheren Fördergelder von Bund und Land finanziere der Steuerzahler, monierte Fraktionschef Stefan Marzischewski-Drewes: „Derweil streichen die großen Firmen den Profit in den lukrativsten Gebieten ein.“ SPD-Fraktionschef Rolf Schliephacke hielt dem entgegen, dass es in der Natur der Sache liege, dass Steuergelder für die Verbesserung der Lebensbedingungen aufgewendet werden. UWG-Sprecher Jürgen Völke fand, man könne froh sein über das Projekt, und die Kostensteigerung sei angesichts der Mehreinnahmen vertretbar. (VON HOLGER BODEN)

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