Bohrrückstände: Zehntausende Tonnen in Niedersachsen / Auch Stellen im Kreis

Giftiger Schlamm in Gruben

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Seit mehr als 20 Jahren hat der Landkreis mit der giftigen Altlast Merkelsche Grube in Gifhorn zu tun.

Isenhagener Land/Landkreis Gifhorn. In Niedersachsen sollen in Bohrgruben zehntausende Tonnen giftiger Bohrschlamm in ländlichen Gebieten liegen. Wie aus NDR-Informationen hervorgeht, soll der Boden zum Teil stark kontaminiert und Maßnahmen erforderlich sein.

Nach ersten IK-Recherchen soll es auch im Isenhagener Land Bohrschlammgruben geben. Inwiefern von ihnen eine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht, ist noch unklar.

Früher wurde der Bohrschlamm bei der Öl- und Gasförderung häufig direkt neben den Förderanlagen in Gruben gefüllt. In Niedersachsen gab es Hunderte solcher Gruben. Die Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) im Boden sind bei einer hohen Konzentration eine Gefahr für das Grundwasser. Die potenziellen Auswirkungen von MKW auf die Gesundheit des Menschen variieren laut Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stark: Sogenannte aromatische MKW könnten als genotoxische Karzinogene wirken – das heißt, sowohl das genetische Zellmaterial schädigen als auch Krebs auslösen. Einige gesättigte MKW reichern sich im menschlichen Gewebe an und können zu Nebenwirkungen in der Leber führen.

„Es gibt nach unseren Erkenntnissen fünf Bohrschlammgruben in der Samtgemeinde Hankensbüttel – davon eine unter Bergaufsicht und vier unter Aufsicht des Landkreises“, sagt Klaus Torp, Pressesprecher bei Exxon Mobil. Die GDF Suez E&P Deutschland GmbH betreibt nach Unternehmensangaben im Landkreis Gifhorn keine Bohrschlammgruben. Derek Mösche, Sprecher von RWE Dea, teilt mit, dass dem Unternehmen im Bereich Hankensbüttel von drei Schlammgruben wüsste, die seit Jahrzehnten nicht mehr im Betrieb seien.

Detlev Loos, zuständiger Kreisrat für Umweltfragen, weiß von mindestens zwei weiteren Gruben im Landkreis.

Einen weiteren Artikel dazu lesen Sie am Dienstag im E-Paper und in der Printausgabe des Isenhagener Kreisblattes.

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