Polizist von der Pike auf

Gifhorns Polizeichef Michael Feistel verabschiedet

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Von Kollege Axel Werner bekam Feistel ein signiertes T-Shirt von Eintracht Braunschweig überreicht.

Gifhorn – Von mehr als 130 geladenen Gästen – der Familie, Wegbereitern, Wegbegleitern, Kollegen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – wurde Gifhorns Polizeichef Michael Feistel jetzt verabschiedet.

Von seinem Vorgesetzten Michael Pientka, Leiter der Polizeidirektion Braunschweig, bekam er die Urkunde für die Versetzung in den Ruhestand überreicht.

Für Feistels Nachfolger, Polizeidirektor Thomas Bodendiek, gab es dagegen vorschriftsmäßig nur eine Verfügung. Bodendiek übernimmt ab dem 1. Juni die Polizeiinspektion (PI) Gifhorn im großflächigen Landkreis. „Das ist ein Gebiet mehr als doppelt so groß wie das Bundesland Hamburg“, erwähnte Pientka, der auch den fast 43 Jahre währenden Dienst von Feistel Revue passieren ließ.

Eigentlich waren Laufbahnen bei der Bundeswehr oder der Kripo angedacht, doch dann kam er „nur“ zur Schutzpolizei, wie Feistel selber sagte. Dass er nun auch Chef der Kriminalpolizei war, zeige den Wert der damaligen Tests.

Zum Abschied gab es außerdem eine Urkunde.

Alle drei Laufbahnen habe er durchschritten, sei neunmal befördert worden, habe viele leitende Funktionen innegehabt und es gab etliche Wechsel in fast alle Bereiche der Polizei, bis er am 1. August 2007 Chef der PI Gifhorn wurde. In Feistels Zeit fielen die Erneuerungen der Polizeistationen Meinersen, Meine und Brome sowie der Erweiterungsbau in Gifhorn. Zudem war ihm immer der Kontakt zu Menschen wichtig. „Menschen brauchen Menschen“, hat Feistel mal gesagt. Die Gäste und das große Netzwerk zeugten davon. „Sein berufliches Selbstverständnis ist Berufung gewesen“, sagte Pientka. „Er ist ein Polizist von der Pike auf.“ Weitere Attribute wie hartnäckig, zielstrebig, „unheimliches Mitarbeiterherz“, ehrgeizig und tolerant erwähnten er und andere Redner.

Landrat Dr. Andreas Ebel nannte ihn einen „verlässlichen Partner“. Feistel selber erinnerte an seinen Einstieg und nun den Ausstieg bei der Polizei. „Damals gab es den Terror der RAF, heute herrscht eine abstrakt hohe Terrorgefahr. Es scheint, als habe sich nichts geändert. Dinge scheinen sich immer zu wiederholen.“ Auch wenn er seinen Dienst in Gifhorn gerne gemacht habe, eines werde er nicht vermissen. „Das Bewerten von manchen Sachen, die als Beschwerden von Bürgern angesehen und eingereicht werden.“

Die Moderation übernahmen mit Christian Engel und Christin Bartels der Leiter Einsatz und die Kripochefin. Sie hatten eine Extra-Umfrage zu ihrem Chef ausgewertet. Die Kollegen könnten sich Feistel auch als Politiker, Lufthansa-Pilot oder Traumschiff-Kapitän vorstellen, als Farbe passe blaugelb zu ihm, als Tier Wolf, Löwe, Elefant oder Mustang. Als Geschenk von seinen Kollegen der anderen Inspektionen gab es unter anderem ein signiertes Trikot von Eintracht Braunschweig für den Fußballfan und einen Flugzeugrundflug über den Landkreis.

Nachfolger Thomas Bodendiek freut sich auf „sie alle“. Er wolle die Arbeit von Feistel fortsetzen. „Sie passen genau an diese Stelle“, hatte Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich schon beim Tag der offenen Tür festgestellt. „Sie haben eine Art, die ankommt“, begrüßte der Bürgermeister den 54-jährigen, ebenfalls in Braunschweig geborenen Triathlet.

VON BURKHARD OHSE

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