Kontakt über Facebook / Überweisungen nach Ghana

Gifhornerin um 33.000 Euro betrogen: 51-Jährige fällt auf Beziehungsschwindler herein

Ein Gifhornerin fiel auf einen Beziehungsschwindler im Internet herein und wurde um 33 000 Euro betrogen. Foto: dpa
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Ein Gifhornerin fiel auf einen Beziehungsschwindler im Internet herein und wurde um 33 000 Euro betrogen. Foto: dpa
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Gifhorn. Liebe macht blind: Eine 51-Jährige aus Gifhorn ist einem Beziehungsschwindler aufgesessen. Von einem sogenannten „Romance-Scammer“, der vorgaukelte ein 55-jähriger US-Amerikaner zu sein, wurde sie um 33 000 Euro betrogen. „Ein kurioser Fall.

Polizei informiert, woran Scamming erkannt wird und welchen Schutz es gibt.

Das habe ich in dieser Dimension noch nicht erlebt“, schüttelte selbst Polizeisprecher Thomas Reuter den Kopf. Ende März hatte die Gifhornerin auf ihrem Facebook-Account eine Freundschaftsanfrage eines vermeintlich 55-jährigen US-Amerikaners erhalten. Da der Mann gut ausgesehen habe, ließ sich die Gifhornerin darauf ein. Der Betrüger stellte sich als verwitweter Marineingenieur vor, der auf einem Schiff vor Schottland arbeiten würde. In der Folgezeit wurden Privates und Fotos hin- und hergeschickt.

Aus Sicht der Gifhornerin, so Reuter, hätten sich beide ineinander verliebt. Der 55-Jährige versprach, seinen Beruf aufzugeben und gemeinsam mit seinem 17-jährigen Sohn zu der 51-Jährigen nach Gifhorn ziehen zu wollen.

In den folgenden Wochen brachte der 55-Jährige die arglose Frau durch fadenscheinige Begründungen dazu, mehrere Banküberweisungen in einer Gesamthöhe von rund 40 000 Euro zu tätigen. Teilbeträge sollten auch mittels eines Transaktionsdienstes in die USA und nach Ghana an Mittelsmänner fließen. Selbst dann, so Reuter, wäre die Gifhornerin nicht stutzig geworden. „Da hätten alle Alarmglocken angehen müssen. Aber sie war völlig verliebt und ohne jegliche Vernunft. So vertrauensselig und naiv – das glaubt man nicht.“

Der Betrug flog erst auf, nachdem in einem Geldwäscheverfahren gegen eine Frau aus Baden-Württemberg ermittelt wurde. In diesem Verfahren ging es auch um eine Überweisung der Gifhornerin an den vermeintlichen US-Amerikaner.

„Wir haben ihr die Augen geöffnet. Sie wollte es bis zuletzt nicht glauben“, berichtet Reuter, dass ein Gifhorner Polizist die 51-Jährige anrief und ihr erklärte, dass gegen sie eine Anzeige vorläge und sie einem Betrug aufgesessen sei.

Dabei hat die Gifhornerin noch Glück im Unglück. Zwei Überweisungen über insgesamt 7000 Euro wurden wegen falscher IBAN-Nummern nicht eingelöst. Der Schaden beläuft sich damit nur auf 33 000 Euro. Den Kredit über 35 000 Euro, den die Kreisstädterin aus Liebe zu ihrer Internetbeziehung aufnahm, wird sie dennoch zurückzahlen müssen.

Von Matthias Jansen

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