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Schöne alte Technik lockt Besucher auf die Gifhorner Oldtimer-Meile

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Von: Burkhard Ohse

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Gifhorner Oldtimer-Meile: Ein Lkw der Wittinger Privatbrauerei steht neben zwei Auch-schon-Oldtimern
Ein Lkw der Wittinger Privatbrauerei neben zwei Auch-schon-Oldtimern: Die Gifhorner Meile bot viel fürs Auge, so manchen Blick unter die Motorhaube und auch einiges für die Fans alter Landtechnik. © Freier Mitarbeiter

Gifhorn – So viele edle Vehikel wie diesmal waren es noch nie bei der Gifhorner Oldtimer-Meile, die ihre vierte Auflage am Samstag hatte. Denn da standen die altehrwürdigen Karossen nicht in der Fußgängerzone, sondern säumten eine Strecke von den Schlosswiesen entlang bis zur Ise. Von dort konnten die Besucher per Fähre zum Mühlenmuseum übersetzen, wo es mit den Oldtimern weiterging.

Eine ganze Reihe landwirtschaftlicher Fahrzeuge bis hin zum Lanz-Bulldog stand da auf dem Dorfplatz bei den Mühlen und zog das Interesse vor allem von Technikbegeisterten und Familien auf sich. Zudem gab es etliche amerikanische Karossen aus der Zeit der langen Schlitten zu sehen, die auch beim Nachwuchs ankamen. Ein kleiner Junge stand stolz wie ein Kapitän auf dem Fahrersitz einer alten Chevrolet Corvette und drehte freudig am Lenkrad. „Eigentlich ist Anfassen nicht erlaubt, aber ohne ist es ja auch nichts“, meinte der Fahrzeugbesitzer gelassen.

Die meisten Besucher ließen aber die Hände vom edlen Blech und schauten eher interessiert unter die Motorhauben, die zum Teil geöffnet waren. Dort sah man nicht nur bis zum Erdboden, weil Etliches fehlte, was heute Standard ist, sondern konnte auch viele einzelne Bauteile noch identifizieren. Bisweilen ungewohnt mutete der Blick auf Autos an, die bis vor wenigen Jahren noch das Straßenbild prägten, aber inzwischen aufgrund des Alters den Auto-Adels-Status Oldtimer bekommen haben. Denn auch stromlinienförmige Fahrzeuge haben nun dieses Alter erreicht.

Allerdings machte die Farbe der Lacke deutlich, dass dieses Autos etwas Besonderes sind. Ein Opel Rekord im schrillen Mintgrün oder ein herbes Metallic-Braun sind heute eben eher weniger auf den Straßen zu sehen.

Auch Automarken, die es inzwischen nicht mehr gibt, wurden gezeigt. So standen japanische Datsuns oder amerikanische Chevrolets auf der Wiese, fuhr eine Polizei-Isetta vor oder war ein Kübelwagen zu bewundern. Letzterer rief bei den Jüngeren auch Erstaunen hervor. „Solche Autos hat VW mal gebaut?“, fragte ein Junge seinen Vater. Der bejahte.

Ulrich Stenzel, langjähriger Kommunalpolitiker und Autofachmann, fuhr begeistert mit seinem Fahrrad („ein altes Botenfahrrad“) zwischen den Wagen hin und her, freute sich über seinen Lieblingsoldtimer (besagte Polizei-Isetta) und verwies auf „den teuersten Wagen hier“. Das war ein alter Mercedes Benz. Und er erklärte die Vorteile einer Klimaanlage auch bei einem Cabrio. „Das Wetter heute ist viel zu warm“, stellte er fest. In seinem 20 Jahre alten Z3 tue daher eine Klimaanlage bei geschlossenem Verdeck sehr gute Dienste.

Die meisten der gezeigten Autos hatten eine Klimaanlage eher nicht. Die Besitzer setzen sich daher mit mitgebrachten Sitzgelegenheiten neben ihre Fahrzeuge und möglichst in den Schatten. Auch Katja McFadden von der Wista, die die Oldtimer-Meile mit ihrem Team organisiert hatte, freute sich über den Andrang. „250 Fahrzeuge haben sich angemeldet“, sagte sie. Außer Autos und Schlepper auch alte Motorräder. Zum allem war das Mühlenmuseum bei freiem Eintritt geöffnet. Dort und auf den Schlosswiesen gab es auch Gastronomie.

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