Gifhorner Gigabit-Pläne

Großer Schritt für Landkreis-Projekt: Pächter für Glasfaserring steht fest

Landkreis Gifhorn. Das wohl größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Landkreises Gifhorn steht vor dem Einbiegen in die Zielgerade: Für den Breitbandausbau per Glasfasernetz hat der Landkreis gestern den Pächter präsentiert – die net services GmbH & Co.

Landkreis Gifhorn. Das wohl größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Landkreises Gifhorn steht vor dem Einbiegen in die Zielgerade: Für den Breitbandausbau per Glasfasernetz hat der Landkreis gestern den Pächter präsentiert – die net services GmbH & Co. KG mit Sitz in Flensburg. Damit sei „eine weitere wesentliche Etappe auf dem Weg zur flächendeckenden Glasfaserversorgung genommen“, sagte Landrat Dr. Andreas Ebel.

Geschätzte Bruttokosten in Höhe von rund 60 Millionen Euro, ein 823 Kilometer langer Glasfaserring („Backbone“, Rückgrat) durchs Kreisgebiet – das Breitbandvorhaben soll den Landkreis Gifhorn ins Gigabit-Zeitalter katapultieren. Zunächst im Visier: 101 weiße Flecken mit einer Versorgung von unter 30 MBit pro Sekunde, das sind rund 13 000 Haushalte. Langfristig sollen aber alle 55 000 Anschlüsse im Kreisgebiet profitieren können.

Für die Erschließung der weißen Flecken fließen auch Fördergelder, 15 Millionen Euro vom Bund, 5 Millionen vom Land. Im Zuge der Feinplanung, die nun erfolgen soll, werden die unterversorgten Bereiche zu kreisweit zehn Clustern zusammengefasst. Ein Ausbau in diesen Clustern erfolgt dann, wenn dort mindestens 40 Prozent der Haushalte einem Anschluss zustimmen.

Die Entscheidung wird den Anschlussnehmern leicht gemacht, wie Jörg Burmeister, Abteilungsleiter der Wirtschaftsförderung, gestern erläuterte. In den weißen Flecken wird kostenlos ein FTTB-Anschluss gelegt, das Glasfaserkabel kommt also bis ins Gebäude. Liegt ein Haus abgelegen oder besonders weit von der Straße entfernt, dann komme auf den Eigentümer voraussichtlich ein kleiner Betrag als Kostenbeteiligung zu, hieß es.

Wer einen laufenden Vertrag mit einem Telekommunikationsunternehmen hat, soll trotzdem für die Restlaufzeit ohne Mehrkosten schon einen 100-MBit-Glasfaseranschluss bekommen können, betonte Dirk Moysich, Geschäftsführer von net services.

Weil die heute gut versorgten Gebiete die weißen Flecken von morgen sein werden, ist es für Landrat Ebel wichtig, dass auch die übrigen Anschlüsse von dem Projekt profitieren können. Der vom Landkreis gegründete Regiebetrieb darf nur in den weißen Flecken kostenlos ausbauen – das Pächter-Unternehmen soll aber auch den Haushalten in den anderen Bereichen Angebote für Glasfaseranschlüsse machen. Das wird dann auch eine betriebswirtschaftliche Frage sein.

Von Holger Boden

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