Tattooausstellung im Mehrgenerationenhaus

Gifhorn: Trauer in Tinte

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Noch bis morgen ist die Trauertattoo-Ausstellung im Mehrgenerationenhaus zu sehen.

Gifhorn – Eine Bundes-Ausstellung über Trauertattoos reist derzeit durch die Lande und ist noch bis morgen im Gifhorner Mehrgenerationenhaus zu sehen. Und der Verein Hospizarbeit gibt ihr durch eine umfangreiche Erweiterung durch weitere Schautafeln eine regionale Note.

Denn auch im Landkreis Gifhorn gibt es Menschen, die ihrer Trauer durch eine Tätowierung Ausdruck verleihen.

Der Tod der Oma, von Vater, Mutter, Schwester, dem guten Freund – viele Menschen haben diese Verlusterfahrung. Karla Feldmann, ehrenamtliche Sterbebegleiterin, warb über ein soziales Netzwerk, und mehr als 30 Tätowierte jeder Altersgruppe meldeten sich. Elf von ihnen wurden ausgewählt, um ihre Geschichte samt Tattoos vorzustellen. Marius Peine fotografierte, Stefan Mühlstein, ebenfalls ehrenamtlicher Sterbebegleiter, kümmerte sich um die Texte.

Das Motiv der Tattoos ist so vielfältig wie die Trauer selber. Manche tragen einen Namen, einen Sinnspruch oder ein Symbol für den Verstorbenen, auf dem Fuß, dem Oberkörper oder dem Arm. Was derzeit möglich ist, zeigte Tätowiererin Anna Bukowski, die an diesem Tag live auf Wunsch tätowierte. „Keiner hat sich das Tattoo aus einer Laune heraus gestochen. Es war vielmehr ein wohlüberlegter Schritt“, erklärte Christine Lehmann vom Vorstand der Hospizarbeit. Das ist auch an den Erklärungen zu den Motiven detailliert beschrieben. Dass die Ausstellung gerade am Samstag eröffnet wurde, liegt an dem weltweiten Tag der Kinderhospizarbeit, der am heutigen Montag begangen wird.

Dank sprach Feldmann an diejenigen aus, die sich für die Ausstellung gemeldet hatten, für das Vertrauen. „Denn das ist nicht selbstverständlich“, sagte sie. Lob gab es auch von Ingrid Pahlmann, Bundestagsmitglied und Vorsitzende der Hospizarbeit. „Wir haben ein tolles Team“, sagte sie.

Über die Geschichten wurde auch ein Buch geschrieben mit dem Titel „Ich trage dich unter meiner Haut“. Das ist ab dem 12. Februar im örtlichen Buchhandel oder im Internet zu haben und ist im heimischen Ehrlich-Verlag erschienen. Darin erzählen die elf Menschen ihre Geschichte hinter ihren Trauertattoos. Ein Teil des Verkaufspreises geht an die Hospizarbeit.

VON BURKHARD OHSE

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