Landkreis schneidet bei bundesweiter Studie durchschnittlich ab

Gifhorn lernt im Mittelfeld

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Schule, Beruf, Sozial-Engagement, persönliche Weiterbildung: Für das lebenslange Lernen gibt es im Landkreis Gifhorn mittelmäßige Voraussetzungen.

Landkreis Gifhorn. Die einen werden das Glas halb voll sehen, für die anderen wird es eher halb leer sein: Der Landkreis Gifhorn liegt im Deutschen Lernatlas der Bertelsmann Stiftung auf einem Mittelfeldplatz.

Und weil die Untersuchung, wie es denn um die Lernbedingungen in den einzelnen Regionen der Bildungsrepublik Deutschland bestellt ist, ein deutliches Süd-Nord-Gefälle aufzeigt, lautet wohl das Verdikt für den Landkreis Gifhorn: Für den Norden ganz okay. In der Studie geht es wohlgemerkt nicht nur um das schulische Lernen. Dieses ist einer von vier Aspekten, die in die Bewertung der 412 Kreise und kreisfreien Städte eingeflossen ist. Eine Rolle spielen auch „berufliches“, „soziales“ und „persönliches“ Lernen. Damit nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden, haben die Gütersloher Experten die Gebietseinheiten in sechs Typen eingeteilt. Der Landkreis Gifhorn gehört dabei zu den „Kreisen im ländlichen Umland“, eine Kategorisierung, die er mit 80 weiteren Landkreisen teilt. Gifhorn landet in dieser Vergleichsgruppe auf Platz 42, gehört also zu den Spitzenreitern der unteren Tabellenhälfte, unmittelbar vor Plön und unmittelbar hinter dem Schwalm-Eder-Kreis. Die Spitzenreiter in dieser Kategorie sind der Landkreis Main-Spessart, der Landkreis Eichstätt und der Landkreis Kitzingen – alles Vertreter des Südens. Schlusslichter sind Güstrow und Barnim.

Das benachbarte Wolfsburg findet sich in der Gruppe der „kreisfreien kleinen und mittleren Großstädte“ auf Rang 26 (von 56) wieder. Ein Ergebnis, das zeigt, dass die Erfolge und Bemühungen der VW-Stadt auf dem Bildungssektor, die in den letzten Jahren viel Beachtung gefunden haben, auf Bundesebene gerade einmal für gehobenen Durchschnitt reichen. Die Gifhorner Nachbarkreise Uelzen und Celle sind in einer anderen Kategorie zuhause, sie gehören zu den „Kreisen im ländlichen Raum“ und belegen dort die Plätze 52 beziehungsweise 54. Der Altmarkkreis Salzwedel schafft es in dieser Vergleichsgruppe, der 75 Kreise angehören, nur auf Rang 60. Helmstedt kommt in der Gifhorner Kategorie auf den 54. Platz.

Mit seinem Mittelfeldplatz auf Bundesebene ist Gifhorn auch im europäischen Vergleich nicht mehr und nicht weniger als Durchschnitt. Denn genau den stellt die Bundesrepublik in Europa dar, wie die Bertelsmann Stiftung mit einer anderen Studie schon im letzten Jahr herausgefunden hat. Was der nun vorgestellte Lernatlas leider nicht beantworten kann, ist die Frage, ob es im Landkreis Gifhorn ein ähnliches Süd-Nord-Gefälle gibt wie zwischen Garmisch und Flensburg. Kriterien wie „Breitbandzugang“ lassen das zumindest vermuten.

Von Holger Boden

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