Beratungs- und Unterstützungszentrum soll kommen

Gifhorn: Hilfe rund um die inklusive Schule

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Die Fachgruppe zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung sprach über den Aktionsplan für Inklusion. 

Gifhorn – Der „erste Aufschlag“ für den kommunalen Aktionsplan für die Inklusion im Landkreis Gifhorn ist getan.

Die Fachgruppe zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen sprach jüngst über den 60-seitigen Entwurf, zusammengestellt aus der öffentlichen Veranstaltung vom Januar.

„Da wurde hervorragend gearbeitet, alle Empfehlungen sind eingearbeitet worden“, lobte Ilse-Marie Schmale (CDU). Allerdings, so Kreisrat Rolf Amelsberg, gebe es noch einige Veränderungswünsche, die nun noch eingepflegt werden sollen. Sandro Pietrantoni, Geschäftsleitung des DRK-Kreisverbandes, schlug zudem vor, das Ehrenamt noch mehr mit einzuarbeiten. Aufgrund dieser zu erwartenden Ergänzungen und Anregungen wurde der Beschluss zur Empfehlung für die Kreispolitik auf die nächste Sitzung der Fachgruppe im September verschoben. Dann könnte der Plan in der Kreistagssitzung im Oktober verabschiedet werden.

Der Aktionsplan ist allerdings nur der erste, wie Sozialplaner Torsten Haf sagte. „Es ist ein vorläufiger Plan ohne den Anspruch, umfassend zu sein. Es ist ein Prozess“, sagte er. Es gebe zwar etliche Maßnahmen, die schnell umgesetzt werden könnten, aber im Laufe der kommenden Jahre und Jahrzehnte werden noch viele Punkte und Ergänzungen dazukommen. Hajo Hoffmann vom Behindertenbeirat des Landkreises Gifhorn bestätigte dies. „Es ist ein guter Anfang. Die Verwaltung wird hoffentlich für weitere Vorstellungen offen sein.“ Zudem müsse man sich noch Gedanken machen, wie die Umsetzung begleitet werde. „Der Kreistag hat durch die Verschiebung in den Herbst auch noch Zeit zu überlegen, wie die Ideen umzusetzen sind“, sagte er.

In dem Aktionsplan werden verschiedene Felder wie etwa Infrastruktur, Schule, Bauen, Erziehung und Bildung oder Kinder und Familien behandelt. Ein Bestandteil ist auch das Regionale Beratungs- und Unterstützungszentrum Inklusive Schule (RZI). Das soll laut Fachbereichsleiter Karsten Kreutzberg im nächsten Schuljahr eröffnet werden, sofern der politische Beschluss dafür kommt.

„Das Land stellt das Personal und übernimmt Kosten, über den Standort wird die Planungsgruppe entscheiden“, sagte Kreutzberg. „Das RZI soll eine unabhängige Beratung nicht nur für Betroffene und Angehörige, sondern auch für Lehrkräfte und Schulträger sein“, ergänzte Hoffmann. Daher sehe er den Standort nicht an einer Bildungseinrichtung oder Schule. Zudem sollte es auch eine externe Beratung vor Ort geben, fügte Pietrantoni hinzu.

Der erste Aktionsplan indes soll bis zum Jahr 2021 gelten, schon in diesem Jahr sollen erste Bedarfsermittlungen erfolgen. 2021 ist eine erste Bilanz geplant, dann soll entschieden werden, was weiter zu verfolgen ist und welche neuen Aspekte eingearbeitet werden müssen. „Das wird ein Dauerthema bleiben, der Plan wird regelmäßig fortgeschrieben“, sagte Haf.

VON BURKHARD OHSE

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