xWx präsentiert die „Road to broken rules“-Tour

Gifhorn: Harte Kämpfer im Ring

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Aggressiv, brutal, aber auch imposant athletisch zeigten sich die Wrestler bei der „Road to broken rules“-Tour in der Gifhorner Stadthalle.

Gifhorn – Imponiergehabe, Aggression, schmerzverzerrte Gesichter, Schreie, Körper krachten auf die Planken. Laut war es am Freitagabend in der Gifhorner Stadthalle, denn wXw war mit seiner „Road to broken rules“-Tour in der Stadt.

Eins gegen eins, zwei gegen zwei, zuweilen auch zwei gegen einen Kämpfer und der Ringrichter, der sich des Öfteren mutig auf den Boden warf, um zu sehen, ob die Schultern der Kämpfer drei Sekunden auf den Brettern lagen, bekam am Ende auch die Hucke voll.

Im Ring gibt es keine Freunde, da schenkten sich auch die Frauen nichts.

Denn da uferte es auf. Dem sportlichen Leiter der Show, Karsten Beck, platzte der Kragen. Nach einigen unerlaubten Tiefschlägen gab er den Ring völlig frei. „All you can hit“, so die Parole von Beck, und dann wurde auch ein Klappstuhl zum Schlaginstrument.

Denn beim Hauptkampf standen sich Alexander James und Jurn Simmons gegenüber. Einst waren sie beste Freunde, nun erbitterte Feinde nach einem Angriff aus dem Hinterhalt vor längerer Zeit. Kopfnüsse, Überwürfe, Chickenwings, Bahnschranken oder „voll auf die Fresse“, wie es das Publikum forderte, gab es reichlich. Und mitunter gingen die Kämpfer auch aus dem Ring – freiwillig oder eben mit Gewalt des Gegners vor die Füße des Publikums geworfen.

Und da saßen nicht nur erwachsene Männer, sondern auch ältere Damen oder junge Frauen und Kinder. Die Zuschauer hatten ihre Lieblinge, ließen sich provozieren, etwa durch gespielte Arroganz der Kämpfer. „Das ist kein Ponyhof“, schallte es aus dem Publikum.

Dazu hatte jeder Kämpfer sein Programm. „Ich gebe nur wahre Liebe“, kündigte Wrestler Paris an. Seine Liebe allerdings bedeutete ausgiebige Hiebe. Und selbstverständlich standen auch die Frauen, Little Miss Roxy, Killer Kelly und Skye Smitson, den männlichen Kollegen in nichts nach, pöbelten herum, und langten richtig zu. Ausnahmsweise nannte Moderator Thomas Giesen auch ihr Gewicht. Zarte 60 Kilogramm wogen die Protagonistinnen, die sich ebenfalls nichts schenkten, gegenüber bis zu 140 Kilogramm bei den Herren, oder auch 222 Kilogramm für ein Team.

Blut floss nicht, allerdings ging der besagte Klappstuhl entzwei. Und die Mitglieder der DRK-Bereitschaft schauten auch nur zu. Sie waren für die Besucher vor Ort. Die Kämpfer hatten äußerlich keine Blessuren. Und dabei hatten sie schon eine Stunde vor dem Kampf geübt, wie eine DRK-lerin sagte. „Im Nebenraum haben sie sich auf den Boden geworfen, und der war nicht so elastisch wie die Bretter im Ring.“

VON BURKHARD OHSE

Wrestling in der Stadthalle Gifhorn

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