Landschaftsführer feiern Jubiläum in der Fußgängerzone

Als in Gifhorn gehenkt wurde

Die Kultur- und Landschaftsführerinnen feierten am Wochenende ihr 25-jähriges Jubiläum mit besonderen Führungen. Foto: Ohse
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Die Kultur- und Landschaftsführerinnen feierten am Wochenende ihr 25-jähriges Jubiläum mit besonderen Führungen.

Gifhorn. Es war 1989, als sich aus einigen Kursteilnehmern der KVHS im Laufe der Zeit die Kultur- und Landschaftsführer entwickelten.

Somit feierte die Gruppe, die Gästen, aber auch Bürgern aus Gifhorn und dem Landkreis die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte von Stadt und Kreis näher bringen, ihr Jubiläum. Am Samstag gab es dazu in der Gifhorner Fußgängerzone ganz besondere Führungen.

Und da ging es um Gäste. Gäste, die vor langer Zeit kamen, entweder blieben oder wieder gingen, und auch um welche, die lieber nicht gekommen wären. Rund um den alten Stadtkern Torstraße, Lüneburger Straße und Cardenap ging es. An der ersten Station musste gleich von einem sehr unwillkommenen Gast berichtet werden. Denn im Jahre 1725 suchte wieder einmal der Rote Hahn die Stadt heim, und damals war das meist mit einem großen Schaden verbunden. Das Feuer, das damals in der Torstraße ausbrach, legte die Stadt in weiten Teilen in Schutt und Asche.

Willkommener war dagegen ein Gast, der bereits ein stattliches Alter von rund zwei Milliarden Jahre aufweist und der bereits vor vielen Jahren in die Gegend der Südheide kam, als von Gifhorn noch nicht die Rede war. Der im letzten Jahr bei einer Baumaßnahme gefundene Findling, der seitdem seinen jetzigen Standort an der Lüneburger Straße einnimmt, gehörte zu den willkommeneren Gästen, ebenso manche Adlige.

Besser nicht gekommen wäre ein Bürger aus Essenrode im 19. Jahrhundert. Über den wurde vom hoheitlichen Gericht im Schloss der Stab gebrochen. „Das Stabbrechen wurde damals noch wortwörtlich in solchen Fällen durchgeführt. Weil er einen anderen Menschen getötet hatte, wurde er zur Gifhorner Galgenstätte auf dem heutigen Areal von Conti-Teves geführt. Die Gifhorner Bürger waren verpflichtet, in einem Umzug mitzulaufen, die Kinder sangen dabei Kirchenlieder“, erklärte Brigitte Preiß, neben Rosemarie Bunjes Sprecherin der derzeit zwölf Kultur- und Landschaftsführer. „Zwischen Mord, Totschlag oder anderen Tötungsarten wurde damals nicht unterschieden“, erklärte sie. Zumindest zurück nach Essenrode ging es für diesen Gast nicht mehr. Er war allerdings auch der letzte Mensch, an dem in Gifhorn ein Todesurteil vollstreckt wurde. „Diese Führungen werden demnächst wohl in das normale Programm übernommen“, sagte Preiß.

Seit 1989 habe man knapp 200 000 Besucher herumgeführt, lernten die Gäste am Informationstisch am Senator-Schulze-Brunnen auf dem Marktplatz. Helena Erke leitete eine weitere besondere Führung in russischer Sprache. Karsten Selleng und Reinhard Stahl führten Fahrradfreunde durch die Südheide.

Von Burkhard Ohse

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