„Großer Menschenversuch“

Gifhorn: Bürgerinitiative „Stopp 5G im Kreis“ vermisst Antworten auf ihre Fragen

Die BI „Stopp G 5“ hatte zu ihrem vierten Treffen eingeladen. Sie plant im August eine Podiumsdiskussion.
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Die BI „Stopp G 5“ hatte zu ihrem vierten Treffen eingeladen. Sie plant im August eine Podiumsdiskussion.

Gifhorn – Die Bürgerinitiative „Stopp 5 G im Landkreis“ will am 14. August eine Podiumsdiskussion zum Thema Mobilfunkgeneration 5 G veranstalten. Dazu sollen auch Befürworter des neuen Mobilfunkstandards eingeladen werden.

Im Vorfeld soll die Bevölkerung an allen Samstagen im Juli durch Infostände in der Gifhorner Fußgängerzone aufgeklärt werden, wie die Sprecherin Nicole Wolf jetzt sagte. „Wir müssen den Leuten klar machen, dass wir ihnen nicht die Handys wegnehmen wollen“, sagte sie. Vielmehr müsse man die Alternativen aufzeigen: „Glasfaser und der 4G-Standard reichen.“ Die Kommunikation mit Stadt, Landkreis und vor allem mit der TU Braunschweig stocke dagegen. Nach einigen Mails an die TU komme auf die entscheidende Frage, warum die Studien, die „die Gefahren durch den Mobilfunkstandard 5G herausgearbeitet haben“, keine Berücksichtigung erfahren, keine Antwort.

Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich habe zugesagt, das Bauamt prüfen zu lassen, ob und inwieweit die BI beim Mobilfunkausbau einbezogen werden könne. „Diese Belastungen für jeden Menschen verstoßen gegen Artikel 2 des Grundgesetzes, das Recht auf körperliche Unversehrtheit“, erklärte Wolf. Bei Vorliegen auch nur einer der Ungefährlichkeit widersprechenden Studie müsse das Vorsichtsprinzip gelten. Sollte dennoch der neue Mobilfunkstandard durchgesetzt werden, handele es sich um einen „großen Menschenversuch“. „Dann braucht es die Zustimmung jedes einzelnen Menschen“, so Wolf. „Einige Großstädte in Europa haben den Ausbau von 5G gekippt.“

Beim Gespräch mit Vertretern des Landkreises wurde nach Worten Wolfs seitens der Landkreisverwaltung darauf verwiesen, dass man sich an die geltenden Gesetze halte. Folgerichtig müssten die Gesetze geändert werden, die dem Artikel 2 des Grundgesetzes widersprechen, sagte Wolf. Die den Ausbau beschließende Bundesregierung verlasse sich bei ihren Entscheidungen auf das Bundesamt für Strahlung. Das aber arbeite eng mit einer Organisation aus der Industrie zusammen. Weiterhin werde man sich mit den bisher 34 bekannten lokalen Bürgerinitiativen im Bundesgebiet vernetzen, um sich auszutauschen. Zudem wolle man weitere Unterstützer und Vereine suchen. Eine Zusammenarbeit mit der Fridayforfuture-Bewegung wurde bei den Beteiligten der BI, die derzeit 70 Mitglieder hat, abgelehnt. „Die Schüler lieben ihre Handys und wollen keine Funklöcher. Die haben nichts begriffen“, meinte ein Teilnehmer der Runde.

Das nächste Treffen der BI wird voraussichtlich am Dienstag, 23. Juli, um 18.45 Uhr im Mehrgenerationenhaus stattfinden.

VON BURKHARD OHSE

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