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FDP gibt sich neue Struktur

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Björn Försterling (rechts) und Klaus-Peter Fischer (links) ehrten Adolf Bannier. © Ohse

Gifhorn. Die FDP stellt sich strukturell im Landkreis Gifhorn neu auf. Einstimmig votierten die Mitglieder am Sonnabend während der Mitgliederversammlung für die Auflösung der bisherigen zehn Ortsverbände und den Zusammenschluss in vier Orts- und Gebietsverbänden.

Künftig wird es einen Ortsverband im Nordkreis mit den Samtgemeinden Hankensbüttel und Wesendorf sowie der Stadt Wittingen, im Ostkreis (Samtgemeinden Brome/Boldecker Land und Gemeinde Sassenburg), im Südkreis (Samtgemeinden Meinersen/Isenbüttel/Papenteich) sowie den Stadtverband Gifhorn geben, erläuterte Kreisvorsitzender Klaus-Peter Fischer. Lediglich über die Namensgebung für die neuen Verbände wollen sich Mitglieder sich noch Gedanken machen.

„Grund der Umstrukturierung ist der demografische Wandel und die dadurch stagnierenden Mitgliederzahlen, die zum Teil zu einer Überalterung der einzelnen Ortsverbände führen“, erklärte Fischer. Bedauern drückte er über die Entscheidung der Landespolitik aus, das Ruhestandsalter für aktive Feuerwehrleute bei 62 Jahren zu belassen. „Das sollte nicht allgemein vorgeschrieben werden. Es hängt vom Einzelfall ab, wie lange jemand noch für die Aufgabe geeignet und daran interessiert ist“, stellte er die Position der Liberalen dar. Rückendeckung gab es aus dem Kreisverband für die Entscheidung der Bundespartei, Joachim Gauck den Weg in das Bundespräsidialamt zu ebnen. Bezüglich des VW-Gesetzes solle sich die Bundespartei dafür stark machen, dass alles so bleibt, wie es derzeit ist, erklärten die Mitglieder.

Das führte zu einer Grundsatzdiskussion. Dr. Hermann Kaiser bemängelt das seiner Meinung nach unzureichende Engagement der Partei für die Interessen der Arbeitnehmer. „Wir müssen darauf mehr unseren Focus legen. Man könnte meinen, wir hätten eine Phobie bei Arbeitnehmerfragen. Die meisten Menschen sind Arbeitnehmer und interessieren sich sehr viel mehr für die Situation an ihren Arbeitsplatz als etwa um den Datenschutz“, sagte er. Noch weiter ging Dr. Rüdiger Rodloff, der das Bild der FDP in der Öffentlichkeit kritisierte. „Wir erfahren aus irgendeinem Grund immer weniger Akzeptanz in der Bevölkerung. Aber wir bieten den Bürgern derzeit auch kein schlüssiges Gesellschaftmodell. Wir reden immer nur von Freiheit, ohne die Grenze der Freiheit und notwendige staatliche Reglementierungen zu benennen“, sagte Rodloff. „Da muss man sich nicht wundern, wenn man als Ellenbogenpartei wahrgenommen wird, wenn man nicht sagt, wo die Freiheit endet.“ Auch der Landtagsabgeordnete Björn Försterling, der sich zur Schulpolitik äußerte, bekam klare Aussagen mit auf den Weg. „Bei den Ganztagsschulen liegt die Hauptlast bei den Gemeinden“, wurde kritisiert. Man kann den Schülern manche Schulgebäude nicht mehr zumuten, bekräftigte Ute Gehse.

Wiedergewählt wurde der bisherige Vorstand. Adolf Bannier wurde für seine 49-jährige kommunalpolitische Tätigkeit geehrt. 37 Jahre davon war er auch im Kreistag vertreten.

Von Burkhard Ohse

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