Getreide hat gelitten

Im Normalfall beginnt die Ernte Mitte Juli, doch aufgrund der Tockenheit haben viele Bestände gelitten und müssen abgemäht werden. Foto: Archiv

Landkreis Gifhorn. In der letzten Woche hat ungewöhnlich früh die Getreideernte begonnen. Typisch für den Beginn der Ernte ist Mitte Juli. Am Dienstag letzter Woche wurde bereits die erste Gerste gedroschen.

Die mittlerweile reifen Bestände haben nach Auffassung des Landvolks sichtlich unter der Trockenheit der letzten Wochen gelitten.

„Der Kreis Gifhorn hat gegenüber anderen Regionen und vor allem den ähnlichen Bodenverhältnissen in Sachsen-Anhalt einen entscheidenden Vorteil: die Landwirte können auf eine fast flächendeckende Beregnungsmöglichkeit zurückgreifen“, heißt es weiter in einer Pressemitteilung des Landvolkes.

Unübersehbar waren seit Ende April die Beregnungsaggregate im Kreis Gifhorn zu sehen. In trockenen Jahren bedeutet dies für die Landwirte in der Region ein hohes Maß an zusätzlicher Arbeit. Tag und Nacht müssen die Geräte laufen, um den Ertrag der Feldfrüchte halbwegs sicherstellen zu können. Mehrere Male am Tag müssen die Beregnungsaggregate an einen andern Platz gefahren werden. Wer mehrere Beregnungsaggregate auf den Betriebsflächen parallel laufen hat, hat in der Beregungszeit seinen Tag voll ausgefüllt.

Doch nicht nur die zusätzliche Arbeit, auch der zusätzliche Verbrauch von Dieselkraftstoff belastet die Betriebe. Ein starker Regenschauer ist daher kaum mit Geld zu bezahlen. Jetzt hoffen die Landwirte auf einen guten Preis für ihre Feldfrüchte, um den Einsatz auch entlohnt zu bekommen.

Werner Bosse, Marktreferent des Landesbauernverbandes in Hannover, brachte bei einem kürzlich stattfindenden Getreidegespräch Fakten auf den Punkt: „Es fällt auf, dass das Flächenniveau für den Getreideanbau im Jahre 2011 etwa auf demjenigen von 1948 liegt, wobei damals weniger als 3 Millionen Tonnen geerntet wurden.“ Verbesserte Anbaumethoden und der Einsatz ertragreicherer Sorten seien für die Ertragssteigerung verantwortlich. Daher sei trotz der für die Region auf Grund der Witterung zu erwartenden niedrigeren Getreideernte kein Getreidenotstand zu erwarten.

Unter diesen Voraussetzungen beginnen in den nächsten Wochen 1200 Landwirte im Kreis Gifhorn und der Stadt Wolfsburg mit ihrer Getreideernte.

Sobald es auf den Flächen staubt, nachts die Traktoren durch die Ortschaften fahren und die Betriebe in der Nachbarschaft die Nacht durch das Getreide abladen – dann spätestens hat die Getreideernte begonnen.

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