Babyboomer gehen in Rente

Gesundheitskonferenz: Fitte Senioren wichtig für Gesellschaft

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Musikalisch wurde die Veranstaltung durch die Gifhorner Band Saitensprung begleitet.

Landkreis Gifhorn – Rund 100 Teilnehmer konnte Kreisrat Rolf Amelsberg kürzlich im Rittersaal des Gifhorner Schlosses begrüßen und sich über viel Lob und Anerkennung freuen.

Dieses sprach nämlich Heidrun Kofahl-Langmack aus dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, aus, die sich mit einem Grußwort an Veranstalter und Gäste wendete. Sie entschuldigte zunächst Sozialministerin Carola Reimann, die es bislang nicht geschafft hatte, nach Gifhorn zu kommen. Bei 38 Gesundheitsregionen in Niedersachsen sei dies nicht so einfach.

Kreisrat Rolf Amelsberg (v.l.), Heidrun Kofahl-Langmack vom Sozialministerium und Sabine Sütterlin vom Berlin-Institut begleiten die Gesundheitskonferenz in Gifhorn.

Kofahl-Langmack lobte insbesondere die Umsetzung der Förderrichtlinien im Landkreis, stellte aber auch fest, dass die Laufzeiten viel zu kurz seien. Dabei ging sie auch auf die gute Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung, der AOK, dem Verband der Ersatzkassen und dem BKK Landesverband Mitte und dem Sozialministerium ein, die rund 1 Million Euro Mittel für die Gesundheitsregionen zur Verfügung stellen. Das Erfolgsmodell soll auf jeden Fall fortgesetzt werden. Eine Enquete-Kommission des Landtages arbeite derzeit an einer besseren Gesundheitsversorgung im Land. „Wir brauchen aber auch die kommunale Ebene, die sich zielgerichtet am tatsächlichen Bedarf orientiert“, so Kofahl-Langmack.

Mit dem Thema: „Die Babyboomer gehen in Rente – die Kommune muss sich vorbereiten“ beschäftigte sich Sabine Sütterlin vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. 60 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Gifhorn zwischen 20 und 64 Jahre sind noch im Erwerbsalter. Das ist nicht zuletzt den geburtenstarken Jahrgängen zwischen 1955 und 1965 zu verdanken, den sogenannten Babyboomern, die in Deutschland noch die demografische Dividende einfahren. Wenn die Babyboomer ab 2030 in Rente gehen, steige der Anteil von 20 Prozent im Jahre 2017 auf 29 Prozent. Die Folgen daraus wären weniger Steuereinnahmen, höhere Sozialausgaben. So erhöhe sich zum Beispiel die Anzahl der an Demenz erkrankten Personen von 1,6 Prozent auf 2 Prozent im Jahr 2030, die zwangsläufig eine Erhöhung der Sozialausgaben nach sich ziehen. „Ziel der Gesellschaft und den Kommunen sollte es sein, die Senioren durch gesunde Ernährung und Sport sowie geistiger Betätigung länger fit zu halten, um sie vor Krankheiten zu schützen“, so Sütterlin.

In fünf Foren, die sich mit der ärztlichen Versorgung, einem seniorenpolitisches Gesamtkonzept, einer Prävention und Gesundheitsförderung, der seelischen Gesundheit und dem bürgerschaftlichen Engagement einschließlich Nachbarschaftshilfe beschäftigten, wurden Vorschläge erarbeitet, die anschließend von der Moderatorin Dr. Maren Preuß zusammengefasst vorgetragen wurden.

Musikalisch wurde die Veranstaltung durch die Gifhorner Band Saitensprung umrahmt.

VON SIEGFRIED GLASOW

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