Keine Reichtümer zu erwarten

Gespräche über Museen mit Minister Björn Thümmler in Gifhorn

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Minister Jörn Thümler (3.v.l) traf im Gifhorner Schloss Landrat Dr. Andrea Ebel (2.v.r.) sowie die Dezernenten.

Gifhorn – Geld hatte Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, zwar nicht im Gepäck, dafür aber einige Tipps, als er am Donnerstagnachmittag Gast im Gifhorner Schloss und im Kavalierhaus war.

Nach einem Vieraugengespräch mit Landrat Dr. Andreas Ebel gab es eine Diskussion in größerer Runde mit den Dezernenten vor allem über die Digitalisierung, Denkmalschutz oder den Breitbandausbau. „15 Einzelprojekte gibt es derzeit, in denen untersucht wird, wie man sich in der digitalen Welt aufzustellen hat“, erläuterte Thümler. Darunter seien auch die Sozialwissenschaften involviert, weil man wissen wolle, wie sich der Übergang von der analogen zur digitalen Welt physisch, psychisch und rechtlich auf den Menschen auswirkt. „Die Digitalisierung ist nach der Erfindung des Buchdrucks der nächste Revolutionsschritt“, so der Minister. Gerade in der Region um Wolfsburg die Digitalisierung sehr gefragt, da die Region Modellregion für autonomes Fahren sei.

„Das ist besonders für den ländlichen Raum wichtig, da man dadurch die Mobilität vieler Menschen erhöhen kann. Grundvoraussetzungen dafür sei vor allem ein ausreichendes Netz“, betonte Thümler. Hier sei unter anderem Estland ein großes Vorbild, wo Digitalisierung und Vernetzung schon viel weiter fortgeschritten ist als in Deutschland, erklärte Thümler. „Bei uns fällt uns immer wieder die Datenschutzgrundverordnung in den Rücken“, kündigte er für Niedersachsen ein eigenes Gesetz an. Damit will die Landesregierung mehr Möglichkeiten für elektronische und Online-Dienstleistungen bieten. Modellkommunen könnten sich dafür melden.

Zudem kam das Historische Museum zur Sprache, das umgebaut und neu aufgestellt werden soll. Zwar sind laut Thümler von seinem Ministerium „keine Reichtümer“ zu erwarten, Fördermöglichkeiten gibt es aber dennoch mit einem Extra-Programm. „Wir haben zuletzt bei der Schlosssanierung 2007 mitfinanziert“, erklärte der Minister. Durchaus können Beträge bis 25.000 Euro beim Lüneburgischem Landschaftsverband, darüber hinausgehende Gelder bis zu einer Höhe von 200.000 Euro direkt beim Ministerium beantragt werden. Insgesamt gebe es 2,5 Millionen Euro.

Einen Abstecher machte der Minister auch zum Kavalierhaus.

Das gelte insbesondere auch für die Kulturvereine, deren Vertreter aus Gifhorn, Hankensbüttel und Wittingen sowie mit Dr. Gunhild Posselt von der Bildungs-Gesellschaft und Ehrenamtliche Thümler im Kavalierhaus traf, um sich das Museum Emma anzuschauen. Auch Kulturvereine können bis zu 25.000 Euro Förderung bei einer Gegenfinanzierung von einem Viertel der Gelder beim Lüneburgischen Landschaftsverband erhalten, darüber hinausgehende Beträge beim Ministerium. Zudem gebe es Förderungen über die Stiftung Niedersachsen.

VON BURKHARD OHSE

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