Haushaltsausschuss sieht Ankauf positiv

Geplanter Ausbau: Fachakademie für Augenoptik in Isenhagen nimmt nächste Hürde

Große Teile der Fachakademie für Augenoptik sollen bald wieder dem Landkreis gehören.
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Große Teile der Fachakademie für Augenoptik sollen bald wieder dem Landkreis gehören.

Gifhorn / Isenhagen – Weitere positive Nachrichten für die Fachakademie für Augenoptik in Hankensbüttel: Der Haushaltsauschuss des Landkreises Gifhorn sprach sich gestern im Rittersaal dafür aus, die Pläne für den Ankauf von Gebäuden, ein Darlehen von 6 Millionen Euro und Sanierungsmaßnahem zu empfehlen.

Nun muss nur noch der Kreistag dem Projekt am kommenden Dienstag zustimmen.

Beim Ausschuss zeigte sich schnell, dass eine Mehrheit die Idee unterstützt. Frank Lange (AfD) fragt, warum der Augenoptikerinnung Niedersachsen und Bremen im Zuge der Rückübertragung gleichzeitig ein Darlehen vergeben wird. Landrat Dr. Andreas Ebel (CDU) und die Verwaltung erklärten, dass dies der Standortsicherung diene und Teil der Gespräche über den Kauf gewesen sei. Im Gegenzug kann der Landkreis mit einem jährlichen Ausgleichsbetrag von 320 000 Euro rechnen. Schlussendlich wurde mit neun Ja-Stimmen und einer Enthaltung (Rüdiger Wockenfuß, Grüne) empfohlen, die Pläne umzusetzen.

Landrat Ebel erklärte gegenüber dem IK, welche Bedeutung die Fachakademie für die Region hat: „Der gemeinsame Standort von Innung und Landkreis führt Teilnehmer aus großen Teilen Niedersachsens und Mecklenburg-Vorpommerns, aber auch aus Bremen und Sachsen-Anhalt in Hankensbüttel zusammen.“ Mit insgesamt 38 Arbeitsplätzen in Innung und Schuldienst und über 34 000 Übernachtungen pro Jahr stelle der Betrieb für Hankensbüttel, Wittingen und Umgebung in den Bereichen Tourismus und Übernachtung, Einzelhandel und Gastronomie einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar.

Ziel aller Beteiligten sei, mit dem vorliegenden Gesamtkonzept den Erhalt der einzigartigen Lernkooperative aus Berufsschule und Fachakademie sowie der resultierenden Beschulungsqualität vor Ort zu erhalten. Gleichzeitig sollen die Strukturen vor Ort erhalten und die Qualität der Unterbringung erhöht werden.

Modernisierung der Gebäude

Die beiden historischen Gebäude, in denen die Schüler hauptsächlich untergebracht werden, sollen modernisiert werden. Dazu zählen unter anderem:

• Barrierefreie Zugänge

• Nachrüstung und Einhaltung aller brandschutztechnischen Maßnahmen

• Erstellung eines Brandschutzkonzeptes

• Anpassung der Elektroverteilung

• Restauratorische Arbeiten (Wandgemälde im Gerichtssaal)

• Vereinzelte Aufarbeitung der Holzfenster und -türen

• Energetische Maßnahmen (Einbau eines innenseitigen Wärmedämmputzes, Dämmung der obersten Geschossdecken)

• Einbau von Lüftungsanlagen in Sanitärräumen

• Vollständige Entkernung und Neuanlegung der Sanitärräume

• Putz-, Maler- und Bodenarbeiten

Die Zusammenarbeit zwischen den Landkreis Gifhorn und der Augenoptiker-Innung ist laut Ebel ein langjähriges Erfolgsmodell, welches überregional hohe Anerkennung genießt: „Durch die Beschulung von Schülern aus überregionalen Gebieten hat die Augenoptikerbeschule für den Landkreis Gifhorn und speziell den Nordkreis eine hohe Bedeutung als Standortfaktor, sowohl touristisch als auch wirtschaftlich.“

Gebäude wurden an die Innung verkauft

Im Jahr 2004 wurden die Gebäude an die Augenoptikerinnung Niedersachsen und Bremen verkauft, wie Bettina Meyer-Burkhardt (Geschäftsführerin der Landesinnung Augenoptik) erklärt. Allerdings stellte sich später durch die Lernkooperative zwischen Innung und Berufsschule heraus, dass Förderanträge ein großes Problem darstellen. So hatte man bereits 2012 einen Förderantrag gestellt, welcher 2017 als „nicht zulässig“ abgewiesen wurde. Die jeweiligen Fördertöpfe waren nicht miteinander vereinbar. Seitdem genießt man allerdings eine gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis, die jetzt in der Rückübertragung münde.

VON MAX A. MORRISON

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