Trotz magerer Maisfelder: Ausreichend „Futter“ für Biogas-Anlagen

Genug Ernte für Energie im Kreis Gifhorn

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Immer wieder besuchen Schüler die Biogasanlage von Wilhelm Heerdes in Emmen.

Landkreis Gifhorn. Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat auch dem Mais zum Teil übel zugesetzt. Es gibt Schläge, da ist nichts Grünes mehr zu sehen. Das hat Auswirkungen auf die Futterversorgung.

Die Betreiber von Biogas-Anlagen sehen die Sache relativ gelassen: Nachschubprobleme fürchten sie nicht. Sie vergären zum großen Teil Mais. Das entstehende Gas wird mithilfe eines Verbrennungsmotors verstromt.

„In manchen Regionen kann die Versorgung sicher zu einem Problem werden. Insbesondere dort, wo nicht beregnet werden konnte“, sagt der Emmener Landwirt Wilhelm Heerdes. Im Gifhorner Nordkreis sehe es aber noch ganz gut aus, berichtet der Anlagenbetreiber. „Die Erträge sind durch die Beregnung teuer erkauft worden. Der Aufwand beim Wasser ist viermal so hoch gewesen wie sonst üblich. Dies hat deutliche Spuren auf den Konten der Landwirte hinterlassen.“

Wie seine Maisernte ausfalle, könne er erst sagen, wenn der Häcksler seine Arbeit getan hat. Ernteeinbußen beim Mais könne er jedoch kompensieren. 50 Prozent der benötigten Biomasse mache der Mais aus, berichtet Heerdes. Die andere Hälfte deckt er durch Gülle, Mist und Rüben. „Deren Anteil kann ich hochfahren.“ Und die Rüben könnten das schlechte Wachstum im trockenen Sommer noch nachholen, weiß der Landwirt. „Wenn es jetzt mal ausreichend Regen geben sollte, werden die Rüben noch gut wachsen.“

Für die Wesendorfer Biogasanlage, die das örtliche Nahwärme-Netz speist, sei ausreichend Mais vorhanden, sagt Anlagen-Geschäftsführer Mattias Meyer. Man habe immer einen Mais-Vorrat von 3000 bis 4000 Tonnen. Insoweit sei die Versorgung der Kunden auch bei einer geringeren Ernte kein Problem, betont Meyer. Und in Spitzenzeiten könne noch eine Gastherme zugeschaltet werden, sagt Philipp Dreyer, zuständig für die Nahwärme bei der Samtgemeinde.

Von Jens Schopp

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