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Gemeinsam für die Kinder

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Ziehen beim Kinderfonds an einem Strang (von links): Karin Single vom DRK-Kreisverband, Landrätin Marion Lau und Wolf-Dieter Pokowitz von „Volkswagen pro Ehrenamt“.
Ziehen beim Kinderfonds an einem Strang (von links): Karin Single vom DRK-Kreisverband, Landrätin Marion Lau und Wolf-Dieter Pokowitz von „Volkswagen pro Ehrenamt“. © Schossadowski

Landkreis Gifhorn. Fast 2800 Kinder unter 15 Jahren leben im Kreis Gifhorn in Familien, die staatliche Leistungen beziehen. Damit sind fast 11 Prozent der Kinder von Armut betroffen. Viele von ihnen bekommen keine tägliche warme Mahlzeit.

Das zu ändern, hat sich der 2006 vom DRK-Kreisverband gegründete Kinderfonds „Kinder brauchen Zukunft“ vorgenommen. Er startet jetzt mit einem besonderen Hilfsprojekt durch.

Das Ziel ist, dass jedes Kind, das eine Kita im Landkreis Gifhorn besucht, täglich ein warmes Mittagessen erhält. Das gilt für alle Tagesstätten, also auch für diejenigen außerhalb der DRK-Trägerschaft. Zudem hat sich der Hilfsfonds vorgenommen, jedem Schulanfänger aus sozial schwachen Familien im Landkreis ein Schulstartpaket zukommen zu lassen. Dabei handelt es sich um Gutscheine von 100 Euro pro Kind, die für die schulische Grundausstattung verwendet werden und den Erstklässlern damit den Einstieg in den Schulalltag erleichtern.

Drei Partner arbeiten beim Kinderfonds zusammen. Neben Karin Single, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie beim DRK-Kreisverband, sind es der ehemalige VW-Manager Wolf-Dieter Pokowitz von der Initiative „Volkswagen pro Ehrenamt“ und das Familienbüro des Landkreises. Schirmherrin ist Landrätin Marion Lau.

Das Vorbild des Hilfsprojekts ist der 2008 ins Leben gerufene Fonds „Kleine Kinder immer satt“ der Stadt Gifhorn. „Wir finden es gut, dass es den gibt. Aber wir wissen auch, wie groß die Kinderarmut im gesamten Landkreis, besonders im Nordkreis, ist“, erläutert Karin Single den Hintergrund des Kinderfonds. Durch diesen sollen kreisweit 120 Kinder, die bislang kein warmes Mittagessen bekommen, versorgt werden. „Das kostet jährlich 28 800 Euro“, sagt Pokowitz. Hinzu kommen 7000 Euro für 70 Schulstartpakete.

Finanziert werden soll das durch Spenden und Projektpatenschaften. „Der Pate kann sich dabei für ein oder zwei Projekte des Kinderfonds entscheiden. Jeder Projektanteil kostet 20 Euro“, sagt Pokowitz. Dafür erhalten die Spender eine Patenschaftsurkunde und am Ende des Jahres einen Projekt-Fortschrittsbericht. „Wenn jeder der 55 Kreistagsabgeordneten eine Patenschaft übernehmen würde, wäre das eine tolle Sache“, rührt Pokowitz die Werbetrommel.

Wer das Projekt unterstützen möchte, wendet sich an Annette Meyer-Kassner vom Familienbüro des Landkreises, (0 53 71) 80 44 40, meyer-kassner@drk.de.

Von Bernd Schossadowski

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