Geht’s auch nur erneuerbar?

+
Oder wird man auch künftig nicht auf fossile Energieträger verzichten?

Braunschweig - Von Holger Boden. Welche Energie bewegt, erhellt und wärmt in Zukunft die Region, und in welchem Maße kann dabei auf fossile Quellen verzichtet werden? Der Zweckverband Großraum Braunschweig will diese Fragen mit einem Regionalen Energie- und Klimaschutzkonzept beantworten.

Dieses Konzept soll innerhalb der nächsten 12 bis 15 Monate erarbeitet werden, die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2012 präsentiert werden. Mehr als 100 Teilnehmer aus energierelevanten Branchen und Verbänden sowie aus Politik und Verwaltung nahmen am Dienstag an der Auftaktveranstaltung in der Braunschweiger Stadthalle teil.

„Das Konzept soll als Grundlage für ein zielgerichtetes Vorgehen bei Energiebereitstellung, Energieverbrauch und Energieeinsparung dienen, um die Substitution fossiler Energieträger einzuleiten“, heißt es in einer Darstellung des ZGB. Ein ehrgeiziges und zukunftsträchtiges Ziel – und so gab es in der Stadthalle denn auch gleich zwei Referate, in denen es um „100-Prozent-Erneuerbare-Energien-Regionen“ ging.

„Das ist natürlich eine Vision, ein Fernziel“, sagt der stellvertretende Verbandsdirektor Jens Palandt. „Die Frage, ob so etwas möglich ist und wie weit man auf diesem Weg kommt, soll im Rahmen der Konzept-Erstellung geprüft werden.“

Dass ein regionales Energiekonzept her soll, wurde schon 2008 im Rahmen des Regionalen Raumordnungsprogrammes festgelegt. Inhaltlich sollen Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen sowie regionsspezifische Wertschöpfungsketten definiert werden. Dabei soll auch ein Anstoß für kommunale Aktivitäten gegeben werden.

Der ZGB will das gesamte Feld der erneuerbaren Energien beleuchten, von der Windkraft über Solaranlagen bis hin zu Biogasanlagen. Welche Potenziale gibt es hier für die Region und ihre Versorgung, welchen Nutzen bringt dabei jeder eingesetzte Euro? Die Resultate sollen auch dabei helfen, die Notwendigkeit für einen möglichen Ausbau der Windkraft im Verbandsgebiet einschätzen zu können.

Mit der Erstellung des Konzeptes hat der ZGB eine Arbeitsgemeinschaft aus mehreren Planungsbüros beauftragt. Bereits existierende Ansätze auf kommunaler Ebene sollen in die Arbeit einfließen. Eine Analyse des Energieverbrauchs und der Energieerzeugung in der Region wird die Basis für eine regionsweite CO2-Bilanz bilden.

Vor Ostern sind zwei Workshops geplant, zu denen gezielt relevante Akteure sowie die Energieversorger der Region eingeladen werden. Im Sommer dieses Jahres sollen die Ergebnisse der Bestandsermittlung präsentiert werden. Das fertiggestellte Regionale Energie- und Klimaschutzkonzept soll im Frühjahr 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt werden und wird über das Regionale Raumordnungsprogramm in die Rahmenvorgaben für die Kommunen einfließen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare