ZGB überzeugt: Demografischer Wandel lässt sich gestalten

Gegen die Schwindsucht

+

Braunschweig. Schwindende Bevölkerung, halbierte Geburtenzahlen, leere Klassenzimmer: Das Isenhagener Land erlebt die Auswirkungen des demografischen Wandels mancherorts bereits am eigenen Leib.

Dass „Augen zu und durch“ die falsche Taktik ist, ist unter Experten inzwischen unumstritten. Beim Zweckverband Großraum Braunschweig – der Behörde, die für die Regionalplanung zuständig ist – ist man überzeugt: Der Wandel kann und muss gestaltet werden – von Behörden, von Fachleuten, von Bürgern.

Der ZGB ist für das Thema geradezu prädestiniert. Im Süden des Verbandsgebietes, im Harz, gelten einige Orte als negative Paradebeispiele für Abwanderung und fehlenden Nachwuchs – stärker noch als im Gifhorner Nordkreis. Gleichzeitig gehören zur Region Städte wie Wolfsburg und Braunschweig, die als Zentren mit hoher Arbeitsplatzdichte in Zeiten steigender Mobilitätskosten längst mit ländlichen Kommunen um neue Einwohner konkurrieren – und dabei mitunter äußerst günstige oder gar kostenlose Kindergartenplätze ins Feld führen können.

Wenn eine Stadt wie Wittingen mit Leerständen kämpft und sich mit Innenstadtprojekten attraktiver zu positionieren versucht, dann hat auch dies – neben Aspekten wie Internet-Handel – letztlich mit dem demografischen Wandel zu tun: weniger Einwohner, weniger Kundschaft. Und für Unternehmen der Region gilt zunehmend: weniger Einwohner, weniger Auswahl bei der Suche nach Fachkräften.

Es geht also auch, aber bei weitem nicht nur um die Frage, wo und wie eine zunehmende Zahl von Senioren künftig wohnt. Mit seinem Modellprojekt „Wegweiser demografischer Wandel im Großraum Braunschweig“ geht der ZGB der Frage nach, wie die Region attraktiv, lebenswert und wettbewerbsfähig bleibt – und wie auch in dünn besiedelten Gebieten die Infrastruktur erhalten werden kann.

Nach vier Fachtagungen zu dem Themenkomplex mit regionalen und kommunalen Akteuren folgt nun am 9. Februar in der Braunschweiger Volkswagen-Halle der fünfte und letzte Part. In dieser Abschlussveranstaltung sollen die Ergebnisse des Modellprojektes vorgestellt werden. Zu Gast sind hochrangige Referenten wie Landesbischof Friedrich Weber und Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke. Für eine Teilnahme ist eine Anmeldung essenziell. Kontakt: ZGB, (0531) 242620.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare