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„Gegen rechte Tendenzen“ in Gifhorns Fußgängerzone

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Von: Burkhard Ohse

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Menschen, die sich in der Gifhorner Fußgängerzone gegen rechte Tendenzen engagieren.
Mehr als 120 Menschen reihten sich am Freitagabend in die Menschenkette in der Gifhorner Fußgängerzone ein. © Ohse, Burkhard

„1,2,3, ..., 125, 127.“ Jörg Prilop vom Bündnis Bunt statt Braun ging die Reihe entlang und zählte genau und laut durch. Mehr als 120 Menschen hielten sich am Freitagabend in der Gifhorner Fußgängerzone an den Händen, um ein Zeichen für Menschenrechte und gegen rechte Tendenzen im Landkreis zu setzen.

Gifhorn – Genauer gesagt, nicht an den Händen, denn die Kette wurde durch Fahnen, Schals oder anderes Accessoires etwas verlängert.

Es waren auch Botschaften zu lesen „Menschenrechte statt rechte Menschen“ stand etwa auf einem Schild. Die Veranstalter indes hatten das Motto „Einstehen und sich verbinden für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“ ausgegeben. „Wir wollen in Gifhorn ein Zeichen setzen für mehr Solidarität, für gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Mitorganisator Martin Wrasmann vom Bündnis Bunt statt Braun. An drei Standorten, am Marktplatz, am Ceka-Brunnen und am Schillerplatz, waren die Sammelpunkte, bevor man die Kette bildete. „Uns haben die Landtags-Wahlergebnisse der AfD in der Stadt und vor allem in Wesendorf nachdenklich gemacht“, erklärte Wrasmann.

Auch die in dieser Woche gemeldete Verhaftung etlicher Reichsbürger, die einen Staatsumsturz geplant haben sollen, hatte aufgeschreckt. Einen Tag vor dem Tag der Menschenrechte am Samstag wolle man zeigen, dass die Mitte der Gesellschaft gegen rechte Tendenzen sei. Daher waren bei der Aktion auch Mitglieder von der Linken, die Partei, den Grünen, der SPD, der FDP und der CDU mit dabei, ebenso Gewerkschafter, Vertreter von Kirchen, dem Bündnis für Solidarität und weitere Organisationen und Institutionen.

Auch Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich, Landrat Tobias Heilmann und die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Kirsikka Lansmann und Philipp Raulfs reihten sich in die Kette ein. Kürzlich hatte sich auch der Runde Tisch gegen Rechts gebildet, bei dem man sich Gedanken über weitere Aktionen gemacht hatte. Daher stehen demnächst Bildungsprogramme an. Mit der Resonanz am Freitag waren die Organisatoren zufrieden, wenn sie auch mit etwas mehr Beteiligung gerechnet hatten. Anfang des Jahres, als gegen Impf-Gegner, Querdenker und Corona-Leugner ebenfalls mit einer Menschenkette demonstriert wurde, kam mit 1200 die zehnfache Anzahl an Menschen zusammen.

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