„Orange ist die Symbolfarbe der UN-Aktion gegen Gewalt an Frauen“

Gegen Gewalt an Frauen: Gifhorner Schloss symbolisch in oranger Farbe angestrahlt

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Mit Fahne und Anleuchten weist der Landkreis auf die Aktion gegen Gewalt an Frauen hin. 

Landkreis Gifhorn – Seit dem späten Donnerstagabend hängt die Fahne gegen Gewalt an Frauen und Mädchen vor dem Gifhorner Schloss.

Und das ist, wie auch andere Gebäude am Montag weltweit, unter anderem das Empire State Building oder die Pyramiden von Gizeh, als Zeichen in oranger Farbe angestrahlt.

„Orange ist die Symbolfarbe der UN-Aktion gegen Gewalt an Frauen“, erklärte Christine Gehrmann, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. Mit der Aktion des Netzwerks gegen häusliche und sexuelle Gewalt wolle man die Menschen „wachrütteln“. „Es richtet sich gegen jegliche Gewalt an Frauen“, bekräftigte Landrat Dr. Andreas Ebel und wies auf die Beratungsstelle für Täter hin, die man gemeinsam mit Helmstedt und Wolfsburg betreibe.

Gewalt gegen Frauen verursacht jedes Jahr allein in Deutschland Kosten in Höhe von mindestens 3,8 Milliarden Euro, erklärte Gehrmann. „Das sind 74 Euro pro Person im erwerbsfähigen Alter. Die Opfer zahlen mitunter mit lebenslangen Folgen oder mit ihrem Leben.“ Und die Grauzone der Opfer wird noch höher sein, merkte Ralf Heuer, Erster Samtgemeinderat Meinersen, an. Im Mehrgenerationenhaus in Meinersen gibt es am 26. November ein Gespräch zum Thema, fügte Gleichstellungsbeauftragte Natascha Heumann (Meinersen) hinzu, die das „wunderbare Netzwerk“ im Kreis gegen Gewalt lobte.

Auch andere Gebietseinheiten beteiligen sich an der Aktion. So werden die Mitarbeiter des Bürgerbüros in Westerbeck am Donnerstag einen Schal in Orange tragen und im Foyer auf das Thema hinweisen. Gestern verteilte Heumann im Rathaus der Samtgemeinde Meinersen Orangen und Mandarinen. In der Gifhorner Grille wurde der Dokumentarfilm „Lovemobil“ in Anwesenheit der Regisseurin Elke Lehrenkrauss gezeigt. Davor gab es den Handtaschenbasar zugunsten von SoDiStra, einer Initiative, die Frauen in Prostitution im Kreis begleitet.

Nach einer Statistik der WHO erfahren weltweit 35 Prozent aller Frauen Gewalt. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede dritte Frau Opfer einer Gewalttat oder einer Vergewaltigung wird, erklärte Gehrmann. Auch die Zahlen der angezeigten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Kreis sind weiter im Steigen begriffen. 2018 gab es 114 Fälle (2017: 81), die Aufklärungsquote lag bei 90,35 Prozent (2017: 92,59 Prozent). Inzwischen sind laut Liane Jäger vom Präventionsteam der Polizei die Beamten per Gesetz verpflichtet, im Falle einer Straftat die männlichen Täter auf die Hilfsangebote für Täter hinzuweisen.

VON BURKHARD OHSE

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