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Landkreis Gifhorn: Für mehr Barrierefreiheit

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Von: Siegfried Glasow

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Der Behindertenbeirat trifft sich mit der Kreispolitik, unter anderem Landrat Tobias Heilmann
Behindertenbeiratsvorsitzender Hajo Hoffmann (v. l.), Beisitzer Ralf Schmidt und Landrat Tobias Heilmann während der 18. Vollversammlung des Gremiums. © Glasow, Siegfried

Landkreis Gifhorn – Barrierefreiheit im Landkreis Gifhorn und bezahlbarer Wohnraum waren die Hauptthemen des Behindertenbeirates, der im Beisein von Landrat Tobias Heilmann (SPD), Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich (CDU), Kreisrätin Ute Spieler und Kreisrat Rolf Amelsberg im Gifhorner Mehrgenerationenhaus des Georgshofes tagte.

Beirat legt Finger in die Wunden

Nachdem Heilmann und Nerlich bekräftigt hatten, den Aktionsplan Inklusion auch in Zukunft vorantreiben zu wollen, legte der Behindertenbeirat den Finger in die Wunden. Beklagt wurden mangelnde Barrierefreiheit im Mühlenmuseum und bei den Zufahrten zu den Testzentren sowie ein fehlender Fahrstuhl in der Freiherr-von-Stein-Schule.

Landrat Heilmann berichtete vor dem Gremium, dass der Landkreis in Sachen barrierefreie Bushaltestellen in ganz Niedersachsen an der Spitze stehe. Auch in die Busse des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) werde investiert. Aus den Reihen der Beiratsmitglieder kam der Wunsch, keine öffentlichen Bauten mehr zu genehmigen, die nicht barrierefrei geplant sind.

Zu bezahlbarem Wohnraum sagten Bürgermeister und Landrat, dass viele ältere Menschen ihre Häuser und Wohnungen auf dem Lande aufgeben und zu ihren Kindern in die Stadt ziehen würden. Auch deshalb werde in den nächsten fünf bis sechs Jahren bezahlbarer Wohnraum benötigt. Die Stadt Gifhorn verfolge das Ziel, dass 20 Prozent aller Neubauten sogenannter bezahlbarer Wohnraum sein müssen. Allerdings würden hier noch Investoren gesucht.

Ziel: 20 Prozent aller Neubauten bezahlbar

„Wir haben ein Nord-Süd-Gefälle, im Nordkreis ist Wohnraum im Gegensatz zum Süden in Richtung Wolfsburg und Braunschweig noch bezahlbar. „Dadurch entsteht eine soziale Schieflage“, kommentierte Bürgermeister Nerlich. Eine Lösung könnte der Bau von Mehrfamilienhäusern in die Höhe sein, damit nicht noch mehr Fläche durch neue Einfamilienhäuser versiegelt werde.

In seinem Jahresbericht ging Beiratsvorsitzender Hajo Hoffmann auf die schulische Inklusion, auf Barrierefreiheit in Stadt und Landkreis und die Arbeit im Verein ein. Bei seinem Ausblick standen der Aktionsplan Inklusion, die Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule und das inklusive Sportfest in Wittingen im Fokus.

Inklusionslösung Förderschule Meinersen

Landrat Tobias Heilmann versicherte dem Beirat, sich als Ratgeber und Mahner einbringen zu wollen. Das gelte auch für die Förderschule in Meinersen. Bürgermeister Matthias Nerlich überreichte Hoffman einen Knisterumschlag und begrüßte das gute Miteinander und den Austausch. Die Förderschule in Meinersen sei ein geeigneter Standort für eine breit aufgestellte Inklusionslösung, die in Gifhorn nicht realisierbar gewesen wäre.

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