Hallenkomplex der Diakonie Kästorf zum Großteil zerstört / Ursache unklar

Fünf Millionen Euro Schaden

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Am Morgen nach dem verheerenden Feuer: Völlig verkohlt ist die Produktionshalle der Diakonie Kästorf. Eine weiterer Hallenteil sowie die Schreinerei brannten am Dienstagabend aus.

Gifhorn. Es war einer der größten Brände in Gifhorn in den vergangenen zehn Jahren. 130 Feuerwehrleute aus Gifhorn und Umgebung waren am Dienstagabend bei dem Großfeuer in den Hallen der Diakonie Kästorf im Einsatz.

Der Schaden an dem rund 2000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex beträgt mindestens fünf Millionen Euro, sagt Hans-Peter Hoppe, Vorstand der Diakonie Kästorf.

Zur Brandursache konnte die Polizei auch gestern noch nichts Genaues sagen. „Der Regen erschwert die Arbeit unserer Brandermittler“, sagte Polizeisprecher Lothar Michels. Durch die Nässe könnten auch mögliche Spuren verwischt worden sein.

Gegen 20.40 Uhr wurde am Dienstag die Leitstelle in Gifhorn alamiert (das IK berichtete). Als die Feuerwehrleute eintrafen, brannten die Hallen der Diakonie bereits in voller Ausdehnung.

Diakonie-Geschäftsführer Hans-Peter Hoppe (l.) und Jens Severitt vom Bereich Fertigung sehen sich den Schaden an.

In dem abgebrannten Gebäude wurden Teile für den Golf 7 und den VW Tiguan montiert. „Wir sind der Lebenshilfe Gifhorn sehr dankbar, dass wir bereits Donnerstag ab 7 Uhr in deren Hallen im Heidland die Fertigung wieder aufnehmen können“, sagen Diakonievorstand Hoppe sowie Hans-Jürgen Timme und Jens Severitt vom Bereich Fertigung. „Wir müssen auf den verfügbaren Flächen wohl in zwei Schichten arbeiten, damit das Produktionsziel erreicht wird“, so Severitt. Seit dem Brand am vergangenen Dienstag beschäftigen sich die Diakonie-Verantwortlichen mit dem Weiterführen der Produktion für den Wolfsburger Autobauer. Man wolle für VW ein verlässlicher Partner bleiben. Auch Volkswagen habe sofort Unterstützung zugesichert.

Die Tischlerei der Kästorfer Werkstätten für seelisch behinderte Menschen (WfbM) ist ebenfalls durch das Feuer zerstört worden. „Wir prüfen, in welchem Bereich unserer Einrichtung die WfbM vorläufig untergebracht werden kann“, sagt Hoppe.

Das gesamte Mobiliar der Halle ist durch Feuer, Löschwasser oder Ruß unbrauchbar. Einige starke Stahlträger seien durchgebogen. Die Spannbetonteile seien in ihrer Standfestigkeit durch die starke Hitze eingeschränkt und müssten abgerissen werden. Im westlichen Hallenflügel sei die Prüfanlage für die Erdgastanks für den VW Caddy und den Touran total beschädigt.

Die Feuerwehren löschten bis 3 Uhr am frühen Mittwochmorgen. Um 6.20 Uhr rief die Sirene die Feuerwehr wieder zu Nachlöscharbeiten. Auch am Vormittag gab es immer noch kleine Brandnester.

Zwei Drittel der Hallen brannten völlig aus. Der dritte Abschnitt, in dem sich die Heizungsanlage der Diakonie befindet, konnte durch die Feuerwehr gerettet werden. Auch die eingebaute Brandschutztür hielt den Flammen stand. „Einen ähnlich großen Brand hat es vor rund zehn Jahren gegeben, als eine Malerei in Gifhorn abgebrannt ist“, sagt Tobias Nadjb, Sprecher der Kreisfeuerwehr Gifhorn.

Von Bernd Behrens und Jens Schopp

Die Bilder vom Einsatz

Lagerhallen der Diakonie Kästorf in Flammen

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