29-Jähriger für Feuer in Einfamilienhaus in Tiddische verurteilt

Fünf Jahre für Brandstiftung

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Der Mann, der in Tiddische ein Haus anzündete, wurde nun zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Tiddische/Braunschweig. In der Verhandlung am Landgericht Braunschweig gegen einen 29-jährigen Mann, dem vorgeworfen wird, einen Häuserbrand in Tiddische ausgelöst zu haben (das IK berichtete), ist gestern das Urteil gefallen: Er muss für fünf Jahre ins Gefängnis.

Im Februar mussten rund 100 Einsatzkräfte zum Drömlingsweg in Tiddische ausrücken, weil dort das Erdgeschoss eines Einfamilienhauses lichterloh brannte. Ein Schaden von 200 000 Euro entstand. Kurz darauf stellten Ermittler aus Brome, Wittingen und Gifhorn fest: Es war Brandstiftung.

Einem 29-Jährigen wurde vorgeworfen, drei Brandherde entfacht zu haben, dabei sei er erheblich alkoholisiert gewesen. Auch habe er das Leben eines schlafenden Kollegen gefährdet, der den Flammen durch ein Fenster entkam.

Während der Verhandlung räumte der Angeklagte schnell ein, aus Frust über seinen Chef ein Kopfkissen im Obergeschoss angezündet zu haben. Der Mann und 20 seiner Kollegen hätten ohne Verträge, Versicherung oder Abgaben gearbeitet, er habe mit bis zu sechs anderen Osteuropäern im Obergeschoss des Hauses leben müssen und habe seit Dezember kein Geld mehr erhalten. Am Tatabend habe er mit dem Chef telefoniert, als Warnung ein Feuer legen wollen. Bei ihm wurden später 2,2 Promille gemessen.

Im Zuge der Verhandlung wurden viele Zeugen gehört: damalige Mitbewohner, Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sowie Nachbarn und andere.

Der 66-jährige Dolmetscher des Chefs gab an, zwar gerufen worden zu sein, um zu übersetzen, aber ein Telefonat habe dann doch nicht stattgefunden. Zwischenzeitlich war auch fraglich, ob der Kollege, der sich knapp retten konnte, als Mittäter in Frage käme.

Das Gericht befand den 29-Jährigen gestern schließlich der schweren Brandstiftung in Tateinheit mit Sachbeschädigung für schuldig. Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre gefordert.

Von Dennis Tesch

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