Nach dem zweitwärmsten Sommer kommen nun die Wolken

Der Frühherbst lässt grüßen

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Sie stehen – oder liegen – irgendwie an der Schnittstelle zwischen Sommer und Herbst: Rundballen, hier bei Radenbeck, symbolisieren die Erntezeit und damit den Endspurt der warmen Monate. 

Isenhagener Land – Die nächsten Tage bringen dem nordöstlichen Niedersachsen wolkenreiches und eher kühles Frühherbstwetter. Dabei nehmen die Chancen auf Regen leicht zu.

Größere Mengen sind nicht zu erwarten, denn Ableger des Azorenhochs fahren den atlantischen Wetterfronten immer wieder in die Parade.

Generell dominieren mäßige westliche Winde mit dichten Wolkenfeldern. Entsprechend sind die freundlichen Phasen nur von kurzer Dauer. Die Maxima erreichen gesamthaft 18 bis 20 Grad, die Minima oft nur einstellige Werte. Kommende Woche setzt sich das kühle Wetter mit vereinzelten Schauern fort. Erst Richtung Monatsmitte deutet sich eine freundlichere und wärmere Phase an. Doch in dieser Hinsicht ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Deutlich zu trocken, normal sonnig und am Ende sehr heiß: So kam der August im Isenhagener Land daher. Über weite Strecken verlief das Wetter in gemäßigten Bahnen. Angenehm warme und kühle Abschnitte mit etwas Regen lösten einander ab.

Doch wie im Juni und Juli bäumte sich auch im letzten Augustdrittel der Hochsommer nochmals auf. Fünf bis sieben heiße Tage, darunter vier in Folge, mit deutlich über 30 Grad sorgten für Bade- und Freizeitwetter vom Feinsten. Wie massiv der Heißluftstrom aus der Sahara war, zeigt das Dekadenmittel, das die alten Rekordmarken locker übersprang. 15 bis 22 Sommertage waren 50 bis 100 Prozent mehr als üblich.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahrhundert gab es derartige Temperaturen im August im Mittel nur alle zehn Jahre, nach der sprunghaften Klimaerwärmung seit der Jahrtausendwende bereits sechs Mal (2002, ‘03, ‘09, ‘15, ‘18 und ‘19), statistisch also schon alle drei Jahre.

Die Sommerbilanz: Nach 2018 erlebte Nordostniedersachsen 2019 den zweiten Hitzesommer in Folge. Knapp hinter 2018 und noch vor dem legendären Jahrhundertsommer 2003 erklomm er den zweiten Platz der Wärmsten seit 1881. Hochdruckgebiete sorgten überwiegend für angenehmes Sommerwetter in Deutschland, im letzten Monatsdrittel aber auch jeweils für große Hitze.

Schwergewicht unter den Sommermonaten war der sehr sonnige und extrem warme Juni. Mit 4 bis 4,5 Grad über normal konnte er die alte Rekordmarke vom Juni 2003 locker überbieten. Gewitterstörungen mit lokalen Wolkenbrüchen und Überflutungen ließen die Trockenheit in der Fläche nicht ganz so krass ausfallen wie im Vorjahr. Heißester Tag in Wittingen war der 25. Juli mit 35,9 Grad.

VON REINHARD ZAKRZEWSKI

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